KRITIK

Day After Tomorrow, The

Day After Tomorrow, The Mit Filmen wie „Independence Day“ oder „Godzilla“ hat er die Erfolgsformel des amerikanischen Blockbuster-Kinos perfekt verinnerlicht: Etwas Großes muss zerstört werden, um im Anschluss mit möglichst viel Pathos für das „Noch-Verbliebene“, das „Übriggebliebene“ zu kämpfen. Der weitsichtige Schwabe Roland Emmerich, der mit seinem „Independence Day“ im Jahre 1996 den perfekten Trailer für den 11. September 2001 lieferte, versteht eine Menge vom Katastrophenfilm. Und damit der Zuschauer sich mit dem neusten, eigens produzierten Umweltszenario „The Day After Tomorrow“ nicht an etwas völlig Neues gewöhnen muss, erlebt er bereits mit der ersten Sequenz die Zerstörung, als ganz Ice-Age-like bei einer harmlosen Forschungsbohrung im antarktischen Eis, eine gigantische Eisscholle losbricht und nicht nur beim naturwissenschaftlich beschlagenen Publikum ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hervorruft. Wartet man nun auf einen aufdringlichen Nager oder auf ein glitschiges Aliens, sitzt man im falschen Film. Die Klimakatastrophe ist schuld. Emmerich meint es bitterernst mit dem erhobenen Öko-Zeigefinger!

Nun ist es Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen. Zeit für den Auftritt des Hauptdarstellers, der uns all das erklären soll. Klimatologe Jack Hall, gespielt von Dennis Quaid, versucht auf einem Klima-Gipfel vergeblich, die Mächtigen der Welt vor einer bevorstehenden Klimakatastrophe zu warnen. Und tatsächlich, dass es sowohl Hauptdarsteller als auch Regisseur sehr ernst meinen, verdeutlichen im Folgenden die nächsten Szenen, in denen es in einem Katastrophen Best-of straight fast forward in eine globale Katastrophe geht. Tornados in Los Angeles, Hagel in Tokio und eine bombastische Flutwelle, die New York überschwemmt – wow, die Special Effekts Fanatiker kommen hier voll auf ihre Kosten. Gegen die Tornados im Film wirken die niedlichen Winde in Jan de Bonts „Twister“ wie laue Lüftchen. Einmal mehr hat sich Roland Emmerichs Special Effects Team wieder einmal selbst übertroffen.

Hat der Zuschauer nun die heutige Blue-Screen- und CGI-Technik in Vollendungen genossen, gesellt sich noch eine kleine aber feine Story zwischen all die Untergangs-Szenarien. Klimatologe Jack Hall konnte die Welt nicht retten. So bleibt ihm nichts anderes zu tun, als wenigstens seine Familie zu retten, oder zumindest seinen Sohn, der beim Bücher-Barbecue in einer Bibliothek im völlig vereisten New York der Dinge harrt. Wieder einmal geht es auch hier also um Zerstörung, um Risse, die es zu kitten gilt, um „last minute rescues“, die das Tempo immer auf einem hohen Level halten und um eine gehörige Portion Pathos, die den emotional aspect tief an ihrer Wurzel packen.

Doch „The Day After Tomorrow“, dessen Titel schon an einen ähnliches Untergangszenario namens „The Day after“ (TV) aus den frühen 80iger Jahren erinnert, bietet weit mehr, als eine wüste Zerstörungsorgie. Hinter den Blicken des schrecklichen Staunens, die Emmerich zu zeigen wie kein zweiter versteht, steckt eine authentische Wucht, die einen noch bis auf den Nachhause-Weg begleitet. Es geht hier nicht um Aliens, nein, diese Katastrophe ist denkbar, sie ist – natürlich in anderen Zeitabläufen – tatsächlich möglich. Das verleiht dem Film, der auch seine düsteren Momente hat, eine besorgniserregende Schwere, die ohne einen plakativen Öko-Zeigefinger auskommt und sich dadurch tiefer in das Hirn bohrt, als es alle anderen Emmerich-Filme zuvor konnten.



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INHALT

Was wäre, wenn wir am Anfang einer neuen Eiszeit stünden? Diese Frage lässt dem Klimaforscher Jack Hall keine Ruhe. Seine Untersuchungen haben ergeben, dass die globale Erwärmung einen plötzlichen und katastrophalen Umschwung im Klima des Planeten auslösen könnte. Bohrungen im antarktischen Eis beweisen: So etwas geschah schon einmal vor zehntausend Jahren. Daher informiert der Wissenschaftler die zuständigen Stellen über die Möglichkeit eines drohenden neuen Klima-Umschwung, wenn nicht schnell etwas unternommen wird. Doch seine Warnungen kommen zu spät.
Alles beginnt, als Hall beobachtet, wie ein Eisberg von der Größe Rhode Islands vom antarktischen Schelfeis abbricht. Plötzlich spielen sich rund um den Globus immer gewaltigere Unwetter ab: Grapefruitgroße Hagelkörner prasseln auf Tokio nieder, Wirbelstürme ungeahnter Größe fegen über Hawaii hinweg, Schnee bedeckt Neu-Delhi und Tornados hinterlassen Verwüstungen in Los Angeles.
Ein Anruf seines schottischen Kollegen Professor Rapson bestätigt Jacks schlimmste Befürchtungen: Die verheerenden Unwetter sind Vorboten eines umfassenden Klimawandels. Durch die schmelzenden Polarkappen ist zu viel Süßwasser in die Ozeane geflossen und hat die Meeresströmungen unterbrochen, die das Klima stabilisieren. Die Erderwärmung hat eine neue Eiszeit ausgelöst. Und die manifestiert sich in einem einzigen gigantischen Sturm.
Während Jack das Weiße Haus über die anstehende Katastrophe informiert, sitzt sein 17-jähriger Sohn Sam zusammen mit einigen Freunden wegen eines Schulwettbewerbs in New York fest. Nun muss er mit rapide fallenden Temperaturen und heftigen Überflutungen zurechtkommen. Sam sucht Zuflucht in der öffentlichen Bibliothek von Manhattan und nimmt Kontakt mit seinem Vater auf. Doch der kann nur noch warnen: Bleib unter allen Umständen in geschlossenen Räumen.
Während man fieberhaft beginnt, die Menschen in südlichere Gefilde zu evakuieren, begibt sich Jack auf den Weg nach New York, um Sam zu retten. Doch nicht einmal Jack ist auf das vorbereitet, was passieren wird – ihm, seinem Sohn und dem gesamten Planeten ...
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Eure Kritiken zu Day After Tomorrow, The

  1. masterofdisater

    Cool im wahrsten Sinne des Wortes! Effekte, die sich sehen lassen können und endlich mal ne logische Story von Emmerich.

  2. Miss Daisy

    Jake GyllenhallAllein schon wegen jake gyllenhall lohnt sich der Film. Ansonsten ganz ok, nette Effekte. Ich fahre ab sofort mehr Fahrrad!

  3. Daniel

    Netter Film, nette Seite hier. Werde öfter mal voten, Gruss an euch…

  4. goodcharlotte

    PositivDer Film ist absolut hammer geil nicht nur das Thema und die Effekte … sind super sondern natürlich auch Jack Gyllenhall !!!

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