KRITIK

Darjeeling Limited

Darjeeling Limited Wes Andersons Filmschaffen kann man, wenn man es böse mit ihm meint, als Schmoren im eigenen Kreativ-Saft schmähen. Schließlich mäandern seine Erzählungen so vor sich hin, von herkömmlichen Spannungsbögen hält er nichts.

Trotzdem bereiten die Filme des Regie-Autodidakten stets aufs Neue Vergnügen, was teils an seinem meist „verschroben“ genannten Humor liegt, vor allem aber an seinem begnadeten Schauspieler-Ensemble, das er auch diesmal vor die Linse bekam. Zu seinen Favoriten Jason Schwartzman und Owen Wilson stößt diesmal noch Oscar-Gewinner Adrien Brody. Sie spielen, in smarten Anzügen, die drei miteinander verkrachten Brüder Jack, Francis und Peter, die zwecks Versöhnung und Selbstfindung mit dem „Darjeeling Limited“-Schlafwagenzug quer durch Indien reisen. Am Ende werden sie ihre Mutter (Anjelica Huston) treffen, eine Nonne, doch das Ziel ist der Weg.

Der Zug rollt durch ein Indien, das so currygelb und masalabraun aussieht, als wäre es in Hollywood nachgestellt worden. Die überspannten Brüder kabbeln sich, schäkern mit der Schaffnerin, fliegen raus, verlieren ihr Gepäck und sich selbst immer wieder in bezaubernden Zeitlupen: Detail- und dekorationsverliebter war dabei gewiss schon lange kein amerikanischer Film mehr. Man hat Freude daran, diesem liebenswerten Treiben im Engen, im Kleinen zuzuschauen.

Eine wirklich große Filmerzählung ergibt sich dadurch aber noch nicht – an Andersons Großtat „Die Royal Tenenbaums“ kommt „Darjeeling Limited“ daher auch nie heran.

Denn für den epischen Atem, den der vorangestellte Kurzfilm „Hotel Chevalier“ mit Natalie Portman verspricht, ist dieses Train-Movie letztlich doch etwas zu verspielt.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Francis und seine jüngeren Brüder Peter und Jack haben seit einem Jahr kein Wort mehr miteinander gewechselt. Um ihre Sprachlosigkeit zu überwinden und wieder zueinander zu finden, begeben sie sich gemeinsam auf eine Zugreise durch Indien. Was als spirituelle Entdeckungsreise geplant ist, entwickelt sich alsbald zum chaotischen Trip, und die drei Brüder finden sich mit elf Koffern, einem Drucker und einer Laminiermaschine gestrandet inmitten der Wüste.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Darjeeling Limited

  1. Anneticat

    Als Owen Wilson-Fan war ich schon sehr gespannt auf den Film. Und am Ende war ich nicht einmal enttäuscht, sondern habe mich nett unterhalten lassen von den drei tollen Schauspielern. Teilweise ist es aber scjhon etwas langatmit das ganze. Ein durchschnittlicher FIilm.

  2. filmkritix

    Ein Road-Movie quer durch Indien? Ich fand´s lustig. Vor allem owen wilson und adrien brody stechen schauepielerisch heraus. dennoch war ich nciht besonders angetan. dem film fehlte der letzte biss, dem drehbuch die letzte anderson-typische-frechheit. schade!

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*