KRITIK

Dance!

Dance! „You can change your life in a danceclass“: Sir Simon Rattle hatte das erkannt und Thomas Grube und Enrique Sanchez Lansch machten einen ganz wunderbaren Dokumentarfilm („Rhythm is it!“) über Rattles Großprojekt. Vor Rattle hatten schon andere Leute die Idee, das Leben von Kindern und Jugendlichen via Tanzausbildung zu verändern. Zum Beispiel der New Yorker Tanzlehrer Pierre Dulaine. Er rief ein bis heute bestehendes Projekt ins Leben, bei dem Schulkindern kostenlos klassische Tänze vermittelt werden. Gerade erst lief die Doku „Mad Hot Ballroom“ im Kino, die genau das zum Thema hatte.

Nun also ein mehr oder weniger fiktiver Film über Pierre Dulaine und sein soziales Projekt. Klassische Tänze, so Dulaine, fördern vor allem Vertrauen und den Respekt anderen gegenüber. Aus den Kindern wurden in „Dance!“ Jugendliche und von denen bekam jede(r) eine hübsche Biografie aus der Underdog-Klischeekiste an die Brust geheftet. Diesmal sind es Hip-Hopper aus den unteren sozialen Schichten, die via Tanz ihren Weg finden. Entsprechend cool ist das Auftreten, sind die Bilder, sind die Schnitte und die Beats. Nicht umsonst hat sich die Regisseurin von „Dance!“ zuvor einen Namen mit Musik-Videoclips gemacht.

Zuerst wollen die Kids nicht, dann wollen sie doch und am Schluss tanzen sie sich natürlich in die Herzen der New Yorker Society. So weit die sattsam bekannte Story, die wir aus allen 3000 US-Tanzfilmen der letzten Jahrzehnte kennen. „Dance!“ spricht ein hauptsächlich junges Publikum an. Die Musik ist aus Hip-Hop und Tanzklassikern von Gershwin & Co. ebenso passabel wie beliebig zusammengerührt und Banderas bewegt sich recht geschmeidig über die Tanzfläche.

In der gesehenen O-Ton-Vorführung war es zudem ganz nett, seinem starken spanischen Akzent zu lauschen. Die anderen Darsteller wirken als wandelnde Klischees überzeugend und besonders Rob Brown („Rock“) kann man eine beeindruckende Leinwand-Präsenz attestieren. Tanzfilme sind – ebenso wie Mentorenfilme oder die Kombination aus beidem – im Grunde ein ziemlich abgenudeltes Thema. Dennoch schaffen es alle paar Jahre Streifen des Genres, zum Hit und Must-See einer Generation zu werden. „Grease“, „Saturday Night Fever“, „Dirty Dancing“ und „Flashdance“ waren solche Erfolge. Wie wohl die Chancen der „Dance!“-Verquickung von Hip-Hop und Standardtanz in Zeiten von quotenträchtigen RTL-Promitanzkursen stehen?



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INHALT

Tanztrainer Pierre Dulaine ist genau die Art von Mensch, die man auf den ersten Blick niemals in einem Ghetto erwarten würde. Er ist kultiviert, höflich, ein Kavalier der alten Schule. Eigentlich ist er weit entfernt von einem Leben, wie viele Jugendliche aus Harlem oder der Bronx es führen. Folglich braucht es erst einen Zufall, um die Geschichte in Gang zu bringen. Pierre wird Zeuge, wie ein Teenager aus Frust und Wut das Auto seiner Schuldirektorin auf offener Straße zertrümmert. Anstatt ihn anzuzeigen, schlägt er der Direktorin vor, ehrenamtlich als Tanzlehrer zu arbeiten, um so die Kids auf andere Gedanken zu bringen. Anfänglich schlägt Dulaine wenig Begeisterung für sein ambitioniertes Engagement entgegen. Walzer & Co. gelten unter den Heranwachsenden als uncool. Deren Ausdrucksform ist der Hip Hop, in den sie ihre ganze Energie stecken. Das erkennt auch Dulaine, der beschließt, die Ideen seiner neuen Schüler mit in die Arbeit einfließen zu lassen.
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Eure Kritiken zu Dance!

  1. Agathe

    Tanzen ist in. Und die Tanzszenen mit Antonio sind allein die Eintrittskarte wert. Ansonsten ein guter durchschnittlicher Film. Lohnt sich.

  2. nina

    naja…… nichts anderes hätte ich erwartet: einen schmachtenden antonio banderas, jede menge klischees und einige nette tanzszenen. der soundtrack hat mir gut gefallen!

  3. Tanzbaer

    Antonuio Banderas hat es raus, scheintwohl für seine Rolle eine ganze Menge trainiert zu haben. Der Film macht Lust auf den Tanz, allein deshalb sssollte sich jeder Tanzfan diesen Film anschauen.

  4. Der totale Fan

    Der Antonio hat es wieder mal geschafft, seine Rolle in ein Meisterwerk zu wandeln.
    Hätte ich auch nicht anders erwartet.
    Allerdings muss man ja auch sagen, dass jeder im Film seine Rolle gut gemacht hat. Antonio Banderas stellt ja nur alle anderen in den Schatten.
    Was ich mich frage, ist:
    „Hat Antonio vor dem Film auch schon getanzt?“
    Aber ich denke schon, oder er hat nur sehr sehr sehr hart trainiert.

  5. Geier

    Ich habe mich noch nie für Tanzen interissiert, aber jetzt bin ich dacon hin und weg.

    Gigantisch

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