KRITIK

Daddy´s Home – Ein Vater zuviel

Bild (c) Paramount Pictures Germany 2016.

Bild (c) Paramount Pictures Germany 2016.

Stiefväter haben keinen guten Ruf im konservativen Mainstream-Kino Hollywoods. Und damit das so bleibt, dafür sorgen u.a. Drehbuchautoren wie Sean Anders, kreative Feder hinter Komödien-Highlights wie „Zu scharf, um wahr zu sein“, „Wir sind die Millers“ oder „Kill the Boss 2„. Ein großer Fan von Anders´ Humor und in Hollywood abonniert auf Typen, deren Ruf nicht zum Besten steht, ist der Komiker Will Ferrell. Keine Überraschung also, dass der langjährige Saturday Night Live-Star die Gelegenheit beim Schopfe ergriff, als er die neueste Sean Anders Idee eines ungleichen Kampfes zwischen einem spießigen Stiefvater und einem ultracoolen Vater in die Hände bekam. Zusammen mit seinem langjährigen Partner Chris Henchy produzierte er die Geschichte nicht nur, sondern besetzte sich gleich selbst für die Hauptrolle. Als Gegenpart wurde Mark Wahlberg engagiert, mit dem Ferrell bereits in „Die etwas anderen Cops“ (2010) bestens zusammen auf der Leinwand harmonierte.

Szene_2_Daddys_HomeBrad Whitaker (Will Ferrell) ist ein liebevoller Familienvater. Er liebt die 7-jährige Megan (Scarlett Estevez) und den nur etwas älteren Dylan (Owen Vaccaro) über alles, arbeitet als Produzent bei einem Radiosender und trainiert in seiner Freizeit die Allerkleinsten im Basketball. Zusammen mit seiner schönen Frau Sara (Linda Cardellini) bewohnt er ein schmuckes Haus in einem beschaulichen Vorort vor den Toren Chicagos… Doch die Idylle täuscht, denn Brad ist eigentlich zeugungsunfähig und somit nur der „Stepfather“ von Megan und Dylan, nicht aber ihr biologischer „Dad“. Die Kinder, Megan und Dylan, lassen keine Gelegenheit aus, ihrem Stiefvater diese Tatsache vor Augen zu führen, was Brad mit Fassung erträgt. Als sich jedoch mit Dusty Mayron (Mark Wahlberg) der leibliche Vater der Kinder ankündigt, um sich seiner Verantwortung als Vater zu stellen, gerät Brad ein wenig in Panik.

Völlig zu Recht, wie sich schnell herausstellt, denn Dusty ist ein cooler, gutaussehender Rockstar-Typ, der auf dem Motorrad angeritten kommt und über diverse Talente verfügt. Und als sich dieser nicht nur im Haus seiner Kinder und seiner Ex-Frau einnistet, sondern auch einen Job beim Radiosender angeboten bekommt, ist es mit der vorgegaukelten Harmonie geschehen. Genau die richtige Ausgangssituation für einen Autor und Regisseur wie Sean Anders, der das Väter-Duell auf manch absurde Spitze treibt und ganz im Sinne von Will Ferrell bis an die Grenzen einer ätzenden Satire oder klamaukhaftem Slapstick-Theater führt.

Szene_Daddys_HomeDabei ist den beiden Antagonisten die Freude am Schauspiel sichtlich anzumerken. Mit immer neuen Ideen wetteifern Ferrell und Wahlberg darum, ihre Figuren in möglichst abenteuerliche Situationen zu manövrieren. Selbst vor einem Testikel- und Genitalienvergleich in einem Fortpflanzungszentrum wird nicht Halt gemacht. Und der Vollblut-Komiker Ferrell ist sich auch nicht zu schade, ein alkoholgetränktes Chaos beim Besuch eines Basketballspiels der Los Angeles Lakers (inklusive Kobe-Bryant-Cameo) anzuzetteln. Die schöne Kunst, sich zum Affen zu machen, durfte der End-50er Will Ferrell nach zahlreichen Auftritten (als Mugato in den „Zoolander“-Filmen, als Anchorman in „Ron Burgundy“) auch bei Sean Anders weiter perfektionieren.

Wer demnach von Will Ferrell als bemitleidenswerten Punching-Ball nicht genug bekommen kann, der darf sich genau wie die seltsam unbeteiligte Sara, Mutter der Kinder, in Geiselhaft nehmen lassen, um am Ende nach diesem Suburbian-Patchwork-Alptraum zu erfahren, dass verantwortungslose, abenteuerliche und noch so coole Männer doch nicht so alltagstauglich sind. Wenn man Sean Anders und seiner konservativen Haltung Glauben schenken will.

 

 

 

 



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INHALT

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr - Das würde Brad (Will Ferrell) sofort unterschreiben. Er bemüht sich nach Kräften, ein guter Stiefvater für die zwei Kinder seiner neuen Frau Sarah (Linda Cardellini) zu sein. Doch die Kids mögen ihn nicht wirklich und lassen ihn bei jeder Gelegenheit auflaufen. Trotzdem gibt der tollpatschige Radiomitarbeiter, nicht gerade die hellste Leuchte im Kosmos, nicht auf. Bis ein Anruf seine heile Welt völlig auf den Kopf stellt: Dusty (Mark Wahlberg), der leibliche Vater der Kinder, kündigt seinen Besuch an. Brads Entschlossenheit, sich nicht vom verantwortungslosen Erzeuger verdrängen zu lassen, ist dahin, als er ihn das erste Mal trifft: Dusty ist ein Freigeist - supercool, reich und wild entschlossen, seine Familie zurückzugewinnen. Ein gnadenloser Wettkampf um die Gunst der Kinder beginnt. Lässig und unbeständig gegen dusselig aber bemüht: Wer wird das Duell für sich entscheiden? (Text: Paramount Pictures Germany)
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