KRITIK

Cuban Fury – Echte Männer tanzen

Bild (c) Studiocanal.

Bild (c) Studiocanal.

Fans des britischen Skurril-Underdog-Humors a la Monthy Python müssen sich einfach auf diese Komödie freuen. Die Hauptrolle spielt schließlich Nick Frost, bekannt aus der sogenannten „Cornetto“-Trilogie. In den Komödien „Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz“ und „The World‘s End“ gab er den pummelig-tranigen Sidekick des Hauptdarstellers Simon Pegg, und an irgendeiner Stelle in diesen Filmen wurde stets ein Waffeleis geschleckt. Daher der Name der Trilogie.

In „Cuban Fury“ nun kommt Pegg nur ganz am Rande vor. Dafür spielt mit Chris O‘Dowd ein weiterer Star der britischen Comedy-Szene (aus der Serie „The IT Crowd“) mit. Und auch Fans amerikanischer Comedyserien müssen sich einfach auf diese Komödie freuen. Die zweite Hauptrolle spielt schließlich Rachida Jones, diese bildhübsche und unglaublich witzige Komikerin aus Sitcoms wie „The Office“ und „Parks and Recreation“.

Doch, ach, vermutlich werden beide Fangruppen am Ende eher enttäuscht sein von diesem Film. Denn „Cuban Fury“ hält sich in der Regie von James Griffiths dramaturgisch viel zu genau an die Konventionen handelsüblicher Tanzfilme, obgleich er diese aus ungewohnter Perspektive anpackt. So muss sich auch hier ein Underdog (Frost) beweisen, um am Ende groß herauszukommen und die Frau seiner Träume (Jones) zu gewinnen – mit dem Unterschied, dass Underdog Bruce in diesem Fall ein dicklicher Büroangestellter ist, der, trotz Dauerdemütigung durch seine Kollegen (darunter O’Dowd), über den Umweg des Salsa die neue Vorgesetzte beeindrucken möchte. _CUB0528.tifAls Kind war Bruce ein großes Salsa-Talent, bis er die knospende Karriere nach einer demütigenden Erfahrung abrupt beendete. Jahrzehnte später setzt er sich nun wieder in Bewegung – unterstützt von seiner Schwester und einem schwulen iranischen Trainingspartner.

Auch wenn die Dialoge fast an die Qualität der besten Comedyserien heranreichen: So richtig zündet der Film nicht. Das liegt daran, dass er sich trotz seines unüblichen Personals an die Klischees hält, anstatt mit ihnen zu spielen. Erfolg ist auch hier nur mittels Drill zu haben, und die Sinnlichkeit des kubanischen Tanzes bleibt bloßes Mittel zum Zweck. Für die große Sommerkomödie, die man als Fan der Beteiligten dahinter hätte vermuten können, ist das viel zu wenig.

 




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INHALT

Großbritannien, 1987: Bei den Juniormeisterschaften im Salsa liegt dem 13-jährigen Bruce die Welt zu Füßen. Das Tanzparkett ist seine Bühne, der Salsa seine Passion... bis ein Ereignis ihm jedes Selbstbewusstsein raubt und sein Leben in neue, weit weniger spannende Bahnen lenkt. 25 Jahre später fristet Bruce ein trostloses Dasein als ebenso beleibter wie unauffälliger Angestellter. Als eine neue Chefin, die umwerfende Amerikanerin Julia, in sein Leben tritt, ist Bruce überwältigt. Doch wie soll er die Aufmerksamkeit einer derart schönen Frau auf sich lenken? Zu allem Überfluss wird sie auch von seinem aalglatten Kollegen Drew umgarnt, der keine Gelegenheit auslässt, Bruce lächerlich zu machen. Da helfen nur noch die pure Leidenschaft und viel Herz – „Corazón“ eben! Seine Schwester Sam und sein früherer Mentor Ron müssen scharfe Geschütze auffahren, um das heiße Latino-Feuer in Bruce wieder zu entfachen. (Text: Studiocanal)
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