KRITIK

Creep

Creep Mit der jungen Frau, die da leicht beschwipst auf dem Bahnsteig der Londoner U-Bahn einschläft und erst erwacht, als der letzte Zug abgefahren ist und alle Ausgänge verschlossen sind, hat man anfänglich nicht sonderlich viel Mitleid.

Kate (Franka Potente) ist eine blasierte Schickse aus der Modebranche und auf dem Weg zu einer Promiparty, wo sie George Clooney treffen will. Soviel High-Society-Snobismus muss bestraft werden. Und das wird er auch, allerdings reichlich rabiat. Denn Kate, die erst ihre 400 Pfund teuren Schuhe und dann fast den Verstand verliert, kämpft bald im labyrinthischen Tunnel-System ums nackte Überleben. Sich den Zudringlichkeiten eines Kollegen zu erwehren, der sie heimlich verfolgt hat, ist da noch ihr geringstes Problem. Nein, weit Furcht erregender erscheint ein Monster in verwachsener Menschengestalt, jener titelgebende „Creep“, der unter Tage seine kannibalischen Gelüste austobt. Da heißt es rennen, rennen, rennen …

Es gibt ja Filmemacher wie Wim Wenders, die das Kino der Angst grundsätzlich verachten. Als Katalysator kindlicher Furcht aber haben intelligente Gruselfilme schon immer gut funktioniert, und der Fangemeinde des ironiefreien harten Horrors, die das Debüt des Briten Christopher Smith ansprechen möchte, dürften humanistische Bedenken sowieso herzlich egal sein. Wie unlängst schon der Schocker „Haus der 1000 Leichen“ und das „Dawn of the Dead“-Remake erzählt sein Film eine geradlinige, atemlose und grunddüstere Schauermär, die das Genre erfreulich ernst nimmt.

Sicher, „Creep“ verweist beständig auf die Vorbilder eines Dario Argento, Tobe Hooper oder Wes Craven, indes ohne sich des Abkupferns verdächtig zu machen oder in Splatter-Trash zu verfallen. Mit einer Franka Potente in der Hauptrolle, die vollen Körpereinsatz zeigt und sich für Horror nicht zu fein ist, feiert Smith den puren Schrecken, die Angst vor der Dunkelheit und ihren Dämonen.



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INHALT

Kate ist eine Deutsche in London. Sie ist erfolgreich, denn sie hat sich als Modelagentin in der Londoner Glamourwelt durchgesetzt. Auf einer Agenturparty hat eine Freundin eine Einladung zu einem PR-Event, auf dem angeblich auch George Clooney auftauchen soll. Als sich herausstellt, dass die anderen ohne sie aufgebrochen sind, macht sie sich kurzentschlossen alleine auf den nächtlichen Weg. In einer U-Bahn-Station wartet sie auf die nächste Bahn und merkt, dass sie eingenickt ist. Der letzte Zug ist bereits abgefahren und alle Ein-und Ausgänge sind vergittert. Doch da fährt doch noch ein Zug in den Bahnhof ein. Es herrscht absolute Stille. Dann hört sie dumpfe Schritte und ein schweres Atmen. Ihrem Instinkt folgend springt sie auf die Gleise und rennt - rennt so schnell und so weit wie sie kann. Doch für Kate und einige andere Menschen, die sie auf der Flucht treffen wird, hat der Alptraum erst begonnen...
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Eure Kritiken zu Creep

  1. DarthVader

    Ein echter Grusel mit einer überzeugenden Franka Potente, lohnt sich…

  2. Kruzifix

    Vieles kommt einem aus dem Genre bekannt vor. Doch manchmal kann die Enge in der U-Bahn doch auch etwas Grusel entfachen. Ich frinde, dass Franka Potente überzeugt. Ein guter Film.

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