KRITIK

Colonia Dignidad

Bild (c) Majestic Filmverleih.

Bild (c) Majestic Filmverleih.

Chile 1973. Als sich General Pinochet an die Macht putscht, eilt ihm ein Deutscher willfährig zu Diensten: Paul Schäfer, ein pädophiler Laienpriester, der zwölf Jahre zuvor in Chile die „Colonia Dignidad“ gegründet hatte, ein deutsches Musterdorf, das für die Bewohner vor allem Hochsicherheitsgefängnis war. Schäfer, ein bei deutschen Kirchen in Ungnade gefallener Frömmler, agierte dort seine diversen Sadismen vor allem an den Kindern aus, nebenbei belieferte er Pinochet mit Waffen und Giftgas, ließ Oppositionelle auf dem Gelände foltern. Erst 2005 wurde der machtbesoffene Sektenführer festgenommen.

Vor diesem Hintergrund erzählt der deutsche Regisseur Regisseur Florian Gallenberger („John Rabe“) eine fiktive und international besetzte Thrillerhandlung: Der deutsche Fotograf und Sozialist Daniel (Daniel Brühl) wird von Schäfers Schergen in die Colonia entführt und mit Elektroschocks malträtiert, seine Freundin Lena (Emma Watson) schließt sich der Sekte an, um ihn zu retten.

Szene_Colonia-DignidadSchnell macht Gallenberger klar, dass er dabei keinen Polit-Thriller nach Costa-Gavras-Manier im Sinn hatte, sondern einen zünftigen Ausbruchskrimi vor historischer Kulisse. Das ist bisweilen ziemlich spannend, insgesamt aber doch ein bisschen wenig und gegen Ende unglaubwürdig, wenn Daniel und Lena plötzlich zu beinharten Actionhelden werden. Schäfer wird von Michael Nyqvist gespielt, dem Helden der schwedischen „Millennium“-Filme – leider als allzu schmierige Teufelsgestalt.

 

 

Kritikerspiegel Colonia Dignidad - Es gibt kein zurück



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Stefan Turiak
WIDESCREEN, triggerfish.de
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.

 



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