KRITIK

Colombiana

Filmplakat ColumbianaDie „Europa Corp.“ des französischen Filmemachers Luc Besson ist seit zehn Jahren Hauptlieferant des europäischen Actionkinos: Bessons „Minimoy“-Filme produziert sie ebenso wie all die von ihm erfundenen „Transporter“- und „Taxi“-Serien und dazwischen noch raubauzige Rachereißer wie „96 Hours“ oder „From Paris With Love“. Gebrauchsware ist das immer. Mal besser, mal weniger gut, mal mies. „Colombiana“ nun, geschrieben von Besson und in Szene gesetzt von „Transporter 3“-Regisseur Olivier Megaton, scheint an „Léon – Der Profi“ anzuknüpfen, Bessons besten Film von 1994, als er noch selbst Regie führte: Erst muss ein kleines Mädchen den Mord an ihren Eltern miterleben, erneut wird sie zur Rächerin. So weit, so bekannt.

Szene aus dem Film ColumbianaAls Erwachsene wird die Kolumbianerin Cataleya, mit viel Verve von Zoe Saldana gespielt, der Navi-Amazone aus „Avatar“. Auch wenn sie hier ohne digitale Gesichtsbläue agieren darf, muss sie ähnlich leichtgeschürzt zur Waffe greifen. Cataleya arbeitet mittlerweile als Profi-Killerin für ihren Onkel in Chicago, bereitet daneben zudem die finale Rache an jenem Drogenboss vor, dessen Massaker sie als Neunjährige entkam. Ein klassischer Plot also, Überraschungen gibt es keine. Der Schurke hat Beziehungen zum CIA, ein Killer wird auf Cataleya angesetzt, und eine reichlich überflüssige Liebelei gibt es obendrein: Besson schreibt das vermutlich an einem Nachmittag, so routiniert ist das. Überraschungen? Besonderheiten? Fehlanzeige!

Die Action allerdings, das muss man der „Europa Corp.“ lassen, kann sich sehen lassen. Sie bietet State-of-the-Art-Radau in Lara-Croft-Manier, alles so stakkatohaft schnell geschnitten, dass man die dahintersteckende Stumpfheit kaum bemerkt: Instant-Geballer ohne Nach-, zum Glück auch ohne Nebenwirkungen.

 



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