DVD / BLU-RAY TIPP

Circus der Vampire

Circus der Vampire CoverIn „Circus der Vampire“ gelang es Regisseur Robert Young, das klassische Muster der Hammer Horrorfilme zu modernisieren, ohne den Hammer-Charme zu zerstören.
Ein kleines Dorf wird durch den örtlichen Grafen Mitterhaus (Robert Tayman) malträtiert, der als Vampir die örtlichen Kinder tötet. Gemeinsam stürmen die Dorfbewohner schließlich die Burg des Grafen und rammen ihm einen Holzpflock durch das Herz. Der spricht aber noch einen Fluch über die Dorfbewohner aus, bevor er dahinscheidet. Einige Jahre später wütet eine merkwürdige Krankheit in dem Dorf. Während die meisten Bewohner glauben, dass sich der Fluch erfüllt, ist der Arzt (Richard Owens) von einer rationalen Erklärung überzeugt. Als plötzlich ein fahrender Zirkus auftaucht sind die Dorfbewohner von der abendlichen Show so begeistert, dass sie nicht merken, dass die Schausteller Vampire sind, die den vor Jahren hingerichteten Grafen Mitterhaus wiederbeleben wollen.

Die Verführungskraft der Vampire wird in Robert Youngs „Circus der Vampire“ deutlich in Szene gesetzt. Die Ehefrau des Schuldirektors gerät in einen Taumel der Lust, der ihre rationalen Sinne völlig benebelt. Der Film bleibt diesem Thema auch im weiteren Verlauf treu. Vor allem Zirkusartist Emil verkörpert eine animalische Attraktivität, wenn er als Panter aus seinem Käfig herausläuft, um sich im Sprung schließlich in den Zigeuner Emil zu verwandeln. Regisseur Robert Young gelingt es, dem Film durch die Betonung der Lust eine Atmosphäre des Kontrollverlustes einzuhauchen. Der Kampf zwischen bedingungsloser Hingabe und der Erkenntnis, in welcher Gefahr alle schweben, entwickelt sich zu einem spannenden Ringen. Das korrespondiert dann auch mit den grelleren Effekten aus nackter Haut sowie ein paar relativ deutlichen Gewalteinschüben. Sie bedienen nicht nur die Lust an der Sensation beim Zuschauer, mit denen das Hammer Studio die Attraktivität ihrer Filme erhöhen wollte, sondern sie sind Teil der Verführungsinszenierung. Insofern überzeugt „Circus der Vampire“ durch eine dichte, geschlossene Atmosphäre, die das Potential des Films und des Genres voll ausschöpft.

Bildqualität

Aufgrund der relativ einfachen Produktionsbedingungen während der Filmentstehung kann die Bluray nicht das Niveau aktueller Filme erreichen. Die Schärfe ist recht gut und die Farben kräftig, so dass die ausgefeilte Optik zur Geltung kommt. Der Schwarzwert ist in einigen Szenen aber relativ schwach.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-2.0-Tonspuren verfügen über gut verständliche Dialoge mit leichten Verzerrungen. Während die deutsche Tonspur dumpfer als das englische Original klingt, weist dieses etwas weniger Klangfülle auf.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus einer Bildergalerie, dem Trailer und einem Comic im Rom-Part der Bluray.
Laut Herstellerangaben liegt der DVD auch ein Booklet bei. Da die Rezensionsfassung ohne Originalverpackung ausgeliefert wurde, können an dieser Stelle dazu keine Angaben gemacht werden.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei www.dvdheimat.de erschienen.

 



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