KRITIK

Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme

Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme Da knirscht die Konstruktion: Weil Larry Feuerwehrmann ist und das trotz Lebensgefahr bleiben will und zudem vergessen hat, die Lebensversicherungserträge seiner verstorbenen Frau auf die Kinder zu übertragen, muss er eine neue Partnerin finden – oder einen Partner. Denn mangels Alternative wird als Lebensgefährte Chuck erkoren, Larrys bester Kumpel, ein Macho-Womanizer vor dem Herrn.

Man muss diese Prämisse schon schlucken, um an „Chuck und Larry“ halbwegs Spaß haben zu können, aber da wir es hier mit einer Feelgood-Komödie um die prominenten Spaßmacher Kevin James („King of Queens“) und Adam Sandler (zurück aus den ernsteren Gefilden von „Die Liebe in mir“) zu tun haben, sollte man nicht allzu viel Aufhebens um diese lückenhafte Plot-Logik machen. Immerhin hat „Sideways“-Regisseur Alexander Payne am Drehbuch mitgeschrieben.

Im Grunde wird hier die altbekannte Idee vom „Käfig voller Narren“ umgekehrt. Wo sich einst zwei Schwule als Hetero-Ehepaar verkleideten, müssen hier zwei gestandene Heteros ein Schwulenpärchen geben, stets verfolgt von einem fiesen Versicherungsdetektiv, den Steve Buscemi spielt. So reiht der für Subtilitäten wirklich nicht bekannte Regisseur Dennis Dugan („National Security“) erwartungsgemäß Homo-Klischee an Tunten-Witz, wobei es in den Dialogen äußert derbe zugeht, sich aber natürlich nicht geküsst werden darf. Trotzdem sind Buch und Regie um eine tolerante Grundhaltung bemüht, um nur ja keine politischen Unkorrektheiten zuzulassen. Am Ende sind die Schwulen die Coolen und sowieso alle eine Familie.

Weil niemand so recht an diese Beziehung glauben will und Ermittler der Rentenversicherung auf die beiden angesetzt sind, zieht Chuck bei Larry ein, um alle Zweifel an ihrer Ehe zu zerstreuen.

„Chuck & Larry“ ist mitunter aber doch ganz witzig, und zwar immer dann, wenn die bloße Albernheit in groteske Absurdität umschlägt, etwa bei einer debil-japanischen Hochzeitszeremonie oder auf einem aus dem Ruder laufenden Charity-Ball. Davon hätte es mehr gebraucht – so aber muss man sich mit Richard Chamberlain und Dan Aykroyd trösten, die sich hier was fürs Altenteil dazuverdienen dürfen.



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INHALT

Larry ist ein alleinerziehender Vater zweier Kinder, Chuck lebt sein Leben als Playboy. Die beiden sind beste Freunde und arbeiten seit Jahren bei der New Yorker Feuerwehr. Als Larry seine Rente in Gefahr sieht, überredet er Chuck, ihn zu ehelichen. Der willigt gutmütig ein - ahnt jedoch nicht, dass eine Unterschrift alleine nicht reicht. Weil ihre Beziehung unter Verdacht steht, zieht Chuck zu Larry, wo sie der Welt vorspielen, tatsächlich ein Paar zu sein.
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