KRITIK

Chroniken der Unterwelt – City of Bones

Plakat zum Film Chroniken der UnterweltWie sehr Hollywood darum ringt, endlich einen dauerhaft zündenden Nachfolger der „Harry Potter“- und „Twilight“-Filmserien zu etablieren, zeigt schon die atemberaubende (Fantasy-)Frequenz, mit der sich die „Percy Jacksons“ und „Rubinrots“ auf den Startplänen abwechseln: verfilmte „Young Adult Fiction“ für schwärmbereite Teens. Am liebsten genommen werden junge Helden mit übersinnlichen Fähigkeiten, die potteresk gegen das unsagbar Böse antreten.

In „City of Bones“, dem ersten Film nach den „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare, ist es eine Jugendliche aus New York, die entdecken muss, dass hinter der Realität des Alltags eine Schattenwelt lauert. Diese Erkenntnis ist zwar jedem, der versehentlich mal den Fernseher einschaltet, nicht neu, wird hier aber zum Ausgangspunkt einer Fantasy-Reise zu Werwölfen, Vampiren und anderem Gezücht.

Clary also (Phil Collins´ Tochter Lily) erfährt, einer Familie geheimnisvoller Schattenjäger zu entstammen, einer Kaste mithin, die die Welt seit Äonen vor Dämonen beschützt (und deren Mitglied – behauptet der Film – schon Johann Sebastian Bach gewesen sein soll). Oberdämon Valentine sucht zwecks Erdvernichtung einen magischen Kelch, den ausgerechnet Clarys Mutter („Game of Thrones“-Queen Lena Headey) versteckt hält.

Während sich nun schnellen Schnittes und in Gothic-finsterem Lack-Look bierernste Scharmützel zwischen Gut, Böse und Nicht-ganz-so-Böse entwickeln, wird pflichtgemäß auf die Herzschmerztube gedrückt: Clary liebt den Schattenjäger Jace, wird aber von Schulfreund Simon begehrt. Drumherum wird multisexuell begehrt, echte Dramen aber bleiben aus.

Denn letztlich ist der Film nur die Startrampe fürs eigene Marketing: Die Fertigkeiten der Dämonenjäger lassen sich an diversen Runen-Tattoos ablesen – und die lassen sich auch in unserer echten Schattenwelt ganz wunderbar verscherbeln.

  



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