KRITIK

Chiko

Chiko Es ist eine Geschichte vom Aufstieg und Fall, wie man sie aus vielen Gangsterfilmen kennt. Sie beginnt damit, dass einer höher hinaus will und dafür Regelbruch und Gewalt in Kauf nimmt.

Chiko, dem der hervorragende Schauspieler Denis Moschitto eine irisierende Mischung aus jugendlichem Größenwahn und wütender Unsicherheit verleiht, will in Hamburg eine große Nummer im Drogengeschäft werden und fackelt nicht lange. Boxt sich von den Kleindealern bis zum Kiez-König durch, den Moritz Bleibtreu als sinistren Kumpel mit Alibi-Plattenstudio und gefährlicher Neigung zum jähen Ausbruch spielt. Chiko bekommt seine Bewährungsprobe und meistert sie, bloß sein Freund Tibet (Volkan Öczan) baut Mist und bleibt auf der Strecke. Da ist es für Chiko aber schon zu spät innezuhalten.

Diese raue Genre-Drama, das von Fatih Akin produziert und vom Nachwuchs-Regisseur Özgur Yildirim inszeniert wurde, weckt in seiner straßennahen, multikulturellen Milieuzeichnung Erinnerungen an Akins Debüt, die Ghetto-Moritat „Kurz und schmerzlos“, auch an Detlev Bucks Neukölln-Notturno „Knallhart“. Aber Yildirims Film wirkt nie unselbständig. Er handelt nur vom Kopieren, erzählt, wie auch all die Mafia-Epen, die Pate gestanden haben, vom Verlust der Authentizität in einem Leben, das kein Ziel jenseits des Emporkommens kennt.

Aus der freien Marktwirtschaft stammt Chikos Erfolgsmodell – mach Dir einen Namen, sorge für Nachschub und stich die Konkurrenz aus, egal wie. Aus dem Hip-Hop ist der Lebensstil entlehnt: Ein weißer Mercedes mit goldenen Felgen und eine üppig dekolletierte Huren-Freundin müssen es schon sein. Die Moral folgt dabei auf dem Fuß. So mag das Ende dieser Tragödie nicht originell sein, aber unausweichlich erscheint es schon.



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INHALT

Über ihre Zukunft machen sich Chiko und sein Kumpel Tibet keine Illusionen: Sie sind im Hamburger Vorstadtghetto aufgewachsen. Aber Chiko will als Drogendealer eine Blitzkarriere hinlegen und sich Respekt und Geld verdienen - ein Weg, der nur über die Kiezgröße Brownie führt, der das Geschäft kontrolliert. Chiko steigt bei ihm ein, muss aber seinen Freund Tibet verraten - eine folgenschwere Entscheidung.
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Eure Kritiken zu Chiko

  1. SchanzeBaby83

    geiler film.nichts für schlappschwänze. roh, rauh und realistisch. so isses iund sehr gut dargestellte von dden geilen schauspielern.

  2. Felix

    zwar ein deutscher aber trotzdem ein sehr guter film,gut gespielt ,spiegelt das leben sher gut dar

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