KRITIK

Cast Away – Verschollen

Cast Away - Verschollen Tom Hanks und Robert Zemeckis: Ein Erfolgsduo (Forrest Gump) startet wieder durch. Es geht um den Verlust alter Werte und den schweren Gang ins 21. Jahrhundert. Denn die Idee zum Film hatten Tom Hanks und Drehbuchautor William Boyles bereits 1994. Das Internet setzte damals zu einem unaufhaltsamen Siegeszug an. Die New Economy spülte Jungunternehmer mit Anfang 20 an die Wall Street. Und heftiges Treiben am „Neuen Markt“, verzauberte selbst private Kleinaktionäre. Mobiltelefone wurden zum Markenzeichen des erfolgreichen Managers und Zeit galt als kostbarstes Gut. Es gab einfach zu wenig – Zeit.

Im neuen 21. Jahrhundert wendet sich das Blatt. Hollywood widmet sich nun den „Auswüchsen des Kapitalismus“. Filme wie „Family Man“ oder „The Kid“ versuchen wieder, wie es der Spiegel nannte: Zum „neuen Nachdenken über den Wert der Familie“ anzuregen. Jetzt ist genau die richtige Zeit für die Robinsonade eines gestressten FedEx-Managers. Jetzt ist Zeit für „Forrest“ auf einer einsamen Insel.

Wenn der zweimalige Oscar-Preisträger Tom Hanks mit seiner ersten Produktion in die Kinos lädt, kann der erfahrene Kinobesucher sich nicht zweimal bitten lassen. Natürlich geht Hanks mit seinem Schauspiel auch wieder an die Leistungsgrenze. 25 Kilo hat er in einer Drehpause abgehungert, um so glaubhaft wie möglich den nachdenklichen Einsiedler verkörpern zu können. Und ehrlich gesagt, keiner hätte dies besser gekonnt. Selbst so simple Tätigkeiten wie Kokosnüsse spalten oder Feuer machen, lösen eine Faszination aus, die den staunenden Zuschauer in seinen Bann ziehen kann. Regisseur Zemeckis fällt dabei die leichtere Aufgabe zu. Er bettet diese Glanzleistung in einen sehr ruhigen Rahmen. Für jede Einstellungen, mit Ausnahme des sehr dramatischen Flugzeugabsturzes, läßt er sich unheimlich viel Zeit.

Gewürzt wird diese Lethargie auf Zelluloid mit einer Prise eindringlicher Musik von Alan Silvestri (Forrest Gump) und ein paar Naturaufnahmen, schon entsteht ein glaubhaftes, eindringliches Insel-Abenteuer, das den Kinobesucher über lange 140 Minuten nicht mehr loslassen will.



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INHALT

„Wir sehen uns zu Silvester!“ Ohne viele Worte und ohne viel Zeit zu verlieren, verabschiedet sich Geschäftsmann Chuck Noland am Weihnachtsabend von seiner Verlobten Kelly. Das Flugzeug steht startbereit auf der Landebahn. Zeit ist Geld. Besonders für ihn. Als Manager einer großen US-Transportfirma hat er nur sehr wenig Zeit. Er ist gerade beauftragt worden, eine gut funktionierende Zweigstelle in Moskau auf Höchstleistung einzuschwören. „Die Zeit beherrscht uns gnadenlos“, ist einer seiner Sätze gleich zu Beginn. Doch das wird sich schnell ändern. Die Maschine stürzt ab und Noland strandet mit viel Glück als einziger Überlebender auf einer einsamen Insel. Eine vierjährige Robinsonade beginnt, in der er sich täglich dem Kampf gegen Einsamkeit, Wahnsinn und Hunger stellen muss.
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