KRITIK

Captain America

Filmplakat Captain America (c) ParamountFast hätte man ihn vergessen. Viel zu spät reiht er sich ein, in die mittlerweile lange Reihe der Comicverfilmungen, dieser Captain America, der Mann im patriotischen Rot-Weiß-Blau. Hauptzweck dieser x-ten Verfilmung aus dem Marvel-Comic-Universum ist die Vorbereitung auf das demnächst anstehende Über-Marvel-Spektakel „The Avengers“, in dem der sarkastische „Iron Man„, der unglaublich grüne „Hulk„, der blonde Recke „Thor“ und eben „Captain America“ gemeinsam antreten. Ein Film mit Letzterem wird jetzt schnell vorweg gesendet.

Der Captain ist zunächst schmächtig, Anfang der 40er Jahre. Szene aus dem Film Captain America (c) ParamountMuskel-Mime Chris Evans („Fantastic Four“), der ihn spielt, wird digital hager gerechnet. So etwas gibt es auch schon. Die Armee lehnt ihn als untauglich ab, bis ihn ein exildeutscher Wissenschaftler unter seine Fittiche nimmt und ihm nach moralischer Ermahnung („Sei kein perfekter Soldat, sondern ein guter Mensch!“) ein Ertüchtigungsserum verabreicht, nach dessen Einnahme er zum Helden mit Männerbrüsten wird.

Den 3D-Kampf gegen den klischeegemäß Wagner hörenden Supernazi Johann Schmidt („Matrix“-Schurke Hugo Weaving) inszeniert Regisseur Joe Johnston („Wolfman“) derart humorlos, dass der Comic-Hintergrund beinahe in Vergessenheit gerät. Szene 2 aus dem Film Captain America (c) ParamountImmerhin durfte auch eine deutsche Effektschmiede (Trixter Film) an dem Heldenzauber mitwirken und das Rätsel des albernen Outfits wird gelüftet: Zu Beginn seiner Karriere musste der Captain als Tingeltangel-Patriot im Front-Theater auftreten. Die Klamotten durfte er dann offenbar behalten. Das bleibt dann auch die einzige ironische Abschweifung in diesem weitgehend überraschungsfreien Kriegsabenteuer im Retro-Look, an dessen Ende Pomp und Pathos dröhnen. Dann schaut, wie zuletzt in „Thor“, schnell noch Samuel L. Jackson als Nick Fury aus „Iron Man„, vorbei, wie um zu sagen: Das hier muss man abhaken, als Vorbereitung. Die richtigen „Avengers“ kommen ja noch.

 



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INHALT

In ganz Europa tobt der Zweite Weltkrieg und richtet unendliche Verwüstung an. Der junge Steven Rogers (Chris Evans) ist fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen, doch seine Körperkraft reicht für den gefährlichen Kriegseinsatz nicht aus. Unbeirrt stellt er sich nach seiner Ausmusterung für eine mysteriöse Versuchsreihe zur Verfügung: Das „Super-Soldier"-Programm macht aus dem unscheinbaren Mann eine unschlagbare menschliche Waffe - Captain America ist geboren! Kaum ist der neue Kriegsheld auf dem umkämpften Kontinent angekommen, steht ihm die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor: Der Kampf gegen Nazi-Agent Red Skull (Hugo Weaving), der als absolut unbesiegbar gilt. Um ihn zu stoppen, muss Captain America sich selbst opfern...
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