KRITIK

Candy

Candy „Stell dir den besten Orgasmus vor, den du je hattest, multipliziere ihn mit tausend – und du bist noch nicht einmal nahe dran.“ Gemeint ist das High des Heroinrausches, und die es mit solch unbedingter Hingabe preisen, das sind die Junkies aus Danny Boyles „Trainspotting“. Ein Spritzenfilm, der sich von der Gossen-Tristesse üblicher Drogen-Dramen dadurch unterschied, dass er mit surrealer Coolness den zerstörerischen Spaß bebilderte, den die Sucht vor dem Elend beschert.

Neil Armfields „Candy“ erscheint da ungleich konventioneller. Auch der australische Regisseur erzählt die Geschichte einer Drogen-Liebe, allein, er zieht sein Pärchen mit mahnender Rasanz in den Strudel des Abstiegs.

Schon wenn man den Möchtegern-Schriftsteller Dan („Brokeback Mountain“-Star Heath Ledger) zu Beginn mit seiner Geliebten Candy (Abbie Cornish), einer angehenden Künstlerin, Karussell fahren sieht, ahnt man den bevorstehenden Taumel. Tatsächlich dreht sich im Leben der beiden bald alles um den nächsten Schuss. Ein Alltag in Ausweglosigkeit, der keine Träume mehr kennt und aus Dahindämmern und Prostitution besteht – die Härte lässt nicht unberührt, aber es ist des guten Schockwillens dann doch zuviel.

Mit Unerbittlichkeit führte auch Darren Aronofskys „Requiem for a Dream“ die Pulverisierung aller Illusionen vor, allerdings entwarf sein visuell exzentrischer Film dabei zugleich ein grunddüsteres Gesellschaftsbild. Bei Armfield steht das Einzelschicksal im Vordergrund, der Katzenjammer der Kinder vom Bahnhofsklo.



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INHALT

Für die begabte Malerin Candy und den Poeten Dan ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch schnell ziehen Wolken auf, als Heroin ins Spiel kommt. Candy prostituiert sich, um das nötige Geld zu beschaffen. Dan sieht tatenlos zu. Obwohl der Absturz vorprogrammiert ist, heiraten die beiden. Die Sucht schmiedet das Paar noch mehr zusammen, bis Candy den Tanz auf dem Vulkan nicht länger erträgt: Sie wagt den Entzug.
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Eure Kritiken zu Candy

  1. Katharina

    Ein suesser Film. Auch wenn der Absturz der sympathischen Candy nicht immer nachvollziehbar ist. Am Ende etwas too much. Sonst ok! Geoffrey Rush ist klasse!

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