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Call me by your Name

Plakat zum Film "Call Me By Your Name".

Bild (c) 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland.

Cremona in Nord-Italien, im Sommer 1983: Der 24-jährige Harvard-Student Oliver (Armie Hammer, „Lone Ranger“) mietet sich für ein paar Wochen in der Villa des Archäologie-Professors Perlman (Michael Stuhlbarg, „A Serious Man„) ein, um ihn bei einem Forschungsprojekt zu unterstützen. Perlmans 17-jähriger Sohn Elio (Timothée Chalamet) gibt sich dem lässigen Amerikaner gegenüber betont des­interessiert, doch die gegenseitige Anziehung ist von Anfang an spürbar. Die beiden kommen sich näher, es wird mehr daraus, und dann, als der Herbst naht, ist alles wieder vorbei. Es ist eine simple Geschichte, die der italienische Regisseur Luca Guadagnino („A Bigger Splash“) hier mit ebenso simplen Mitteln erzählt: eine erste Liebe, ein erster existenzieller Schmerz. Dass es sich um zwei junge Männer handelt, sollte niemanden dazu verleiten, den Film vorschnell in die queere Nische wegzusortieren: Der bemerkenswert unverkrampfte Film funktioniert universell.

In die sonnendurchfluteten Bilder von Obstbäumen, Flüssen und Marktplätzen lombardischer Dörfer ist von Anfang an die Melancholie der Vergänglichkeit eingeschrieben. Am Ende hält Stuhlbarg einen der rührendsten Vätermonologe der Filmgeschichte, das bewegte Schlussbild hängt einem noch lange nach: Newcomer Chalamet könnte das einen der vier Oscars einbringen, für die der Film nominiert ist. Die unterschiedlichsten Künstler waren hier am Werk. Zum Beispiel schrieb niemand Geringerer als Altmeister James Ivory („Was vom Tage übrig blieb“) das Drehbuch, und die Songs steuerte Singer-Songwriter Sufjan Stevens bei. Das Ergebnis dieser unwahrscheinlichen Kollaboration ist einer der frischesten und dabei intensivsten Liebesfilme nicht nur dieser Saison. Herausragend.

 

Kritikerspiegel Call me by your Name



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Sascha Westphal
epd film, WAZ, etc.
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Durchschnitt
8.5/10 ★★★★★★★★½☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.



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