KRITIK

Bye Bye Berlusconi

Bye Bye Berlusconi Ministerpräsident namens Micky Laus

Als in Berlin „King Kong“ Premiere hatte, schritt zum Erstaunen der versammelten Presse unangekündigt der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi über den roten Teppich und trommelte sich auf die Brust. Auch am nächsten Tag hatten noch nicht alle Journalisten verstanden, dass es sich tatsächlich nicht um den Politiker, sondern um Maurizio Antonini gehandelt hatte, einen Imitator, der die Werbetrommel für Jan Henrik Stahlbergs Husarenstück „Bye Bye Berlusconi!“ rühren sollte. Sehr amüsant. Aber leider schon das Lustigste, was man über den Film erzählen kann.

Stahlberg, der mit der Saubermann-Satire „MuxMäuschenstill“ reüssierte, wollte mit seiner italienischen Lebensgefährtin Lucia Chiarla den Thronsturz des Medienmoguls und Rechtsaußen inszenieren. Um die Entführung des Citizen Berlusconi sollte es gehen – doch das Kidnapping einer Person der Zeitgeschichte auf die Leinwand zu bringen, ist aus rechtlichen Gründen unmöglich. Und hier beginnt der Eiertanz. Stahlberg und Chiarla entschieden sich, die eigene Geschichte umzusetzen. Die Geschichte eines Filmteams ohne Geld, das einen Film über die Entführung Berlusconis plant, der in ihrer Fake-Version aber Micky Laus heißen muss und Bürgermeister von Entenhausen ist. Micky Maus ging auch nicht, da hätte dann Disney geklagt.

Es besteht unter aufgeklärten Zeitgenossen kein Zweifel an der moralischen Zwielichtigkeit des persiflierten Politikers. Aber der Film-im-Film-Krampf, zu dem Stahlbergs Projekt geworden ist, schießt am Ziel vorbei und gipfelt in einer peinlichen Gerichtsverhandlung der Entführer gegen Micky Laus, die Berlusconis vermutete Mafiaverbindungen entlarven soll. So entzaubert man diesen Mann nicht. Das können eh nur die Italiener, die jetzt die Wahl haben.



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INHALT

In einer italienischen Hafenstadt explodiert eine Bombe. Panik bricht aus, Sirenen heulen, hektisch kommentiert eine Fernsehreporterin den Ernstfall: Der italienische Ministerpräsident Berlusconi wurde entführt. Nähere Einzelheiten sind nicht bekannt. Doch alles ist nur gespielt. Eine Filmcrew plant ein Schlüsselwerk über die Machenschaften des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Um sich vor juristischen Konsequenzen zu schützen, wird das Geschehen im fiktiven Entenhausen angesiedelt, wo Kater Karlo und seine Panzerknacker den ehrgeizigen Schuhverkäufer und Bürgermeister Topolino entführen, um ihm den fälligen Prozess zu machen. Doch die Dreharbeiten verlaufen trotzdem nicht ohne diverse Störungen.
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Eure Kritiken zu Bye Bye Berlusconi

  1. Thüus

    BYE BYE BerlusconiNicht nur zum aktuellen Anlass ein wirkliches Muss. Bauchmuskelbeslastend.

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