KRITIK

Brothers Grimm

Brothers Grimm Ob diese Glücksprojektion auch für Regisseur Terry Gilliam gilt, der seit Jahr und Tag plant, die Geschichte des La-Mancha-Edelmannes zu verfilmen und immer wieder mitansehen muss, wie das Projekt hinweggefegt wird, darf allerdings bezweifelt werden. Der Mann ist kein Fantast, er ist ein Träumer. Er kämpft gegen das geistesbeschränkte Studiosystem Hollywoods, aber im vollen Bewusstsein seines ständigen Scheiterns. Die Filmografie des ehemaligen Monty-Python-Satirikers besteht aus Großtaten wie „Brazil“ und Kompromissen wie „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ – an der Kasse floppten beide. Gilliam ist ein heutiger Märchenerzähler und als solcher aus der Zeit gefallen, Kunst- und Kommerz-Erfolge wie „König der Fischer“ oder „12 Monkeys“ scheinen ihm trotz, nicht wegen seines versponnenen Bilderfurors zu glücken. Sein jüngstes Werk nun, „Brothers Grimm“, zählt zu jenen Arbeiten, denen man den mühsamen Entstehungsprozess anzusehen glaubt, die nicht wirklich die Visionen Gilliams erkennen lassen.

Nach einem – stark veränderten – Drehbuch von Ehren Kruger („The Ring“) erzählt er die Geschichte der Brüder Grimm. Im unaufgeklärten Deutschland um 1800 schlagen sich Wilhelm (Matt Damon) und Jakob Grimm (Heath Ledger) als Beutelschneider durch, inszenieren Hexenspuk für die Bauerntölpel und verdienen an vorgetäuschtem Exorzismus. Ein General der französischen Besatzungsarmee setzt diesem Treiben ein Ende und verdonnert die Brüder, zur Bewährung einem ebenfalls des Schwindels verdächtigen Fall auf den Grund zu gehen: In einer Kleinstadt verschwinden Mädchen. Aber die Grimms können keinen Trick entdecken.

Es ist eine hübsche Idee, die Geschichte der Brüder Grimm nicht als Biografie, sondern als Märchen zu erzählen, prallvoll mit Motiven aus ihren schönsten und grausamsten Geschichten: Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen. Doch bei aller prächtig ausgestatteten Fantasie bleibt die Story blutleer. Gilliam ist da am Besten, wo er die Mythen in der Moderne entdeckt.



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INHALT

Die Brüder Will und Jake Grimm gaunern sich Anfang des 19. Jahrhunderts durch ungastlichen Hinterwald, indem sie vor staunendem Landvolk Spuk inszenieren und diesen anschließend unter allerhand Brimborium exorzieren. Als jedoch ein General der napoleonischen Besatzungsmacht die Brüder zwingt, die Behörden bei der Suche nach vermissten Mädchen zu unterstützen, muss man erstaunt feststellen, dass draußen im dunklen Tann tatsächlich Hexen, Ungeheuer und Zauberer ihr Unwesen treibe
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Eure Kritiken zu Brothers Grimm

  1. Udo

    Ein durchschnittlicher Film mit durchschnittlichen Schauspielerischen Leistungen. Wer hier eine Grusel-Mär a la Tim Burton erwartet liegt falsch. Alleine heath ledger als Bruder Jake kann überzeugen. Hätte mehr erwatet.

  2. Isabel

    Ganz ok, der Film! Anfangs war es nicht ganz leicht, sich in die Rollen der beiden Hauptdarsteller hinein zu versetzen, aber mit der Zeit ging es. Von Grusel habe ich jedoch nichts gemerkt. Erinnert ein wenig an Tim Burton…

  3. RilkeSilke

    Ein toller Film mit hervorragenden Darstellern. Egal, was der Regisseur vorher gemacht hat oder womit er sich beschäftigt – es kommt doch immer auf das aktuelle Werk an. Und das ist durchaus sehenswert. OK, Matt Damon ist etwas fehlbesetzt aber hat frau sich daran gewöhnt, hat man einen unterhaltsamen Abend.

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