KRITIK

Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns

Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns Im Grunde genommen ist dies ein sehr tröstlicher Film. Denn er handelt davon, dass Menschen sich eigentlich nie verändern – und sich also auch gar nicht erst abstrampeln müssen, um einem erfolgreicheren, schlankeren, nichtrauchenden und alkoholabstinenten Ideal-Selbstbild zu entsprechen.

Bridget Jones, Helen Fieldings schokosüchtige Tagebuch-Kodderschnauze, die nun zum zweiten Mal von einer aufgespeckten Renée Zellweger verkörpert wird, ist jedenfalls trotz sexfreudiger Liaison mit Steifkragen Mark Darcy (Colin Firth) die Alte geblieben. Bei Empfängen im Anwaltsmilieu ihres Freundes benimmt sie sich wie die Elefantenkuh im Haute-Couture-Laden, der berufliche Höhepunkt der unterambitionierten Fernsehjournalistin ist ein Fallschirmsprung vor laufender Kamera, der im Schweinekoben endet. Ansonsten: Ein paar Pfunde, Zigaretten und Drinks zu viel. Aber 71 heiße Begegnungen mit Darcy in nur acht Wochen.

Das Problem dieser seelenbalsamierenden Liebe-dich-selbst-Komödie für uns Durchschnittsgesichter ist bloß, dass die Spannung ein wenig leidet, wenn so gar keine Entwicklung stattfindet und auch sonst nichts passiert. Also hat das Drehbuch-Team, zu dem auch Helen Fielding zählt, ein paar Eifersuchtswölkchen über die glückliche Beziehung zwischen Bridget und Mark gehängt, die zwischenzeitlich gar zu zerbrechen droht. Mrs. Jones fliegt im Auftrag ihres Senders nach Thailand, und zwar an der Seite des notorischen Schlüpferstürmers Daniel Cleaver (smart: Hugh Grant), der sich übrigens auch nicht verändert hat und Bridget anstandslos ins Bett zu säuseln versucht. Die Reise aber ist eine eher unglückliche Passage des „Schokolade zum Frühstück“-Nachfolgers, denn sie bezieht ihren Humor aus Kinderprostitution und einem Gefängnisaufenthalt, in dessen Verlauf die pausbäckige Britin geschundenen Thai-Frauen Madonnas „Like a Virgin“ beibringt. Seltsam.

Die Regisseurin Beeban Kidron gibt sich insgesamt zwar Mühe, den heiteren „Über 30, Single und trotzdem nicht suizidgefährdet“-Geist des ersten Teils zu erhalten, aber Jones‘ Allerwelts-Turbulenzen geben halt nicht so viel Trotzkomik her – zumal Colin Firth beständig mit der weißen Wand zu verschmelzen droht. Zum Ausgleich muss Renée Zellweger vollen Slapstick-Körpereinsatz leisten und sich überhaupt betrunken peinlich benehmen. Das kennt man zwar aus eigener Erfahrung. Aber genau deshalb wäre es eigentlich doch tröstlicher, ein wenig Abwechslung zu sehen.



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INHALT

Kaum glücklich vereint, trüben schon erste Schatten die gerade einen Monat währende Beziehung von Bridget Jones und Lover Marc: Während in ihrer Arbeit ein neuer Chef für Stress sorgt, scheint er sich blendend wohl zu fühlen an der Seite seiner neuen, knackigen Assistentin. Ein Urlaub in Thailand soll die nötige Entspannung und Ablenkung bringen, doch da macht Bridget die Rechnung ohne die Tücken des Objekts und einen alten Liebhaber...
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Eure Kritiken zu Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns

  1. renni

    TraurigWie schade, dass auch dieser zweite Teil nicht mit dem ersten mitkommt. Es soll ja auch Ausnahmen geben. In diesem Fall würde ich weder Renée noch Colin oder Hugh die Schuld am Floppen des Films geben. Helen Fielding schien schon nicht richtig zu ticken, als sie sich die Szene im Frauenknast ausgedacht hat…

  2. Nora

    Go Bridget, Go!Was will frau mehr. Peinliche Vorfälle, die mit Sicherheit jede Frau in ähnlicher Form schon mal erlebt hat. Hugh ist ja wohl super, da habe ich schon viel schlechtere Komödien dieses Jahr gesehen..

  3. Evi

    Lang lebe Bridget!Klasse klasse klasse, mehr Worte muss man über die Romanverfilmung nicht mehr sagen!

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