KRITIK

Boxhagener Platz

Boxhagener Platz Ins Jahr 1968 in Friedrichshain in Ostberlin führt mit „Boxhagener Platz“ eine liebe- und humorvolle, sanft melancholische Tragikomödie über Liebe im Alter, Gegensätze der Generationen und subversive Ideen im Arbeiter-und-Bauern-Staat.

Keine Ostalgie wie in „Goodbye Lenin“, keine rockende „Sonnenallee“, sondern eine zutiefst menschliche Ballade der alltäglichen Widrigkeiten und Wünsche. Otti (warmherzig und couragiert: Gudrun Ritter), fast 80, rüstig und liebeslustig wie ein junger Hüpfer, hat fünf Ehemänner unter die Erde gebracht. Rudi, der Sechste (Herrmann Beyer), siecht im Krankenbett. Als Fischhändler Winkler (Horst Krause), der ihr Karpfen schenkt und mehr will, ermordet wird, fällt der Verdacht auf Rudi, der in jener Nacht unterwegs war. Verdächtig ist auch Ex-Spartakus-Kämpfer Karl (sehr fein: Michael Gwisdek), ein eleganter Herr mit eindeutigem Vorhaben.

Nach Rudis Tod turtelt er mit Otti wie die Tauben auf dem Dach, von dem eines Tages Flugblätter segeln und für Aufregung beim Abschnittsbevollmächtigten (ernst: Jürgen Vogel), dessen Frau (schwach: Meret Becker) und dessen Sohn Holger (gutes neues Gesicht: Samuel Schneider), 12, sorgen.

Erzählt wird der Berliner Heimatfilm von Holger, dessen frühzeitiges Erwachsenwerden dank der pfiffigen Oma und Karl einen Verlauf nimmt, der in der DDR nur passiven Widerstand zulässt. Regisseur Matti Geschonneck, Sohn des großen Volksschauspielers Erwin, hat das mit viel Gespür für die Zeit und mit durchweg prima Schauspielern inszeniert. Und mit vielen Klopsen aus Oma Ottis Rezepten für solide Hausmannskost.



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INHALT

1968 in Ostberlin: Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen, Panzer in Prag. Und auf dem Ostberliner Boxhagener Platz erleben Oma Otti und ihr zwölfjähriger Enkel Holger ihre ganz eigenen Abenteuer. Otti hat schon fünf Ehemänner ins Grab gebracht, und dem sechsten geht es auch nicht mehr so gut, als sie Avancen von Altnazi Fisch-Winkler und dem ehemaligen Spartakuskämpfer Karl Wegner erhält. Otti verliebt sich in Karl, und plötzlich ist Fisch-Winkler tot. Holger avanciert zum Hobbydetektiv und lernt dabei einiges über die Liebe, die 68er Revolte und wie man mit "revolutionären" Geheimnissen Frauen rumkriegt.
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