KRITIK

Bluthochzeit, Die

Bluthochzeit, Die
„Wenigstens wirst du diesen Tag nie vergessen, das ist doch das Wichtigste bei der Hochzeit“, schnauzt Hermann Walzer seinen Sohn, den Bräutigam, an. So zutreffend das sein mag, der Filius hätte sich wohl trotzdem ein Freudenfest gewünscht und nicht einen Albtraum aus Blut und Tränen, der in Schrotflintenschüssen und Handgranaten-Explosionen eskaliert.

Der Kleinkrieg entzündet sich an dem schon lange schwelenden Konflikt zwischen dem hemdsärmeligen Walzer (Armin Rohde) und dem störrischen Franz Berger (Uwe Ochsenknecht), Besitzer eines Landgasthofs, den Walzer aufkaufen will und wo die Hochzeitsgesellschaft zum Schmaus geladen ist. Eine Lappalie genügt, die Shrimps sind verdorben, Walzer weigert sich, die Rechnung zu zahlen, schon herrscht Feindseligkeit. Walzer und Entourage rauschen ab, Berger nimmt dessen zurückgelassene Frau und die Braut als Geisel.

„Die Bluthochzeit“ basiert auf einer populären Comicvorlage, die der belgische Regisseur Dominique Deruddere indes ohne Sinn fürs Abgründige inszeniert. Eine zynische Farce über Machtspiele, eine irrlichternde Groteske über menschliche Borniertheit hätte daraus werden können, doch Deruddere, der ein durchaus hochkarätiges Ensemble versammelt hat, schielt immer wieder aufs Tragische und Ernste und verschleppt darüber das Timing. Die stärksten Momente gehören da den Streithähnen, insbesondere Armin Rohde, der als Ekelpaket Walzer lustvoll chargierend vom Fasanentöter zum Menschenjäger mutiert.



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INHALT

Eine Hochzeitsfeier in der Eifel steht an, die Messer sind für's Mahl gewetzt. Doch die anwesenden Feiergäste, Angestellten und Veranstalter haben die Rechnung ohne den Vater des Bräutigams gemacht. Hermann Walzer findet das berühmte Haar in der Suppe und lässt den ohnehin in einer wirtschaftlichen Krise befindlichen Gourmetkoch Franz Berger seine ganze Wut spüren. Der Streit schaukelt sich hoch, auch Berger ist jetzt ernsthaft gekränkt, und schwere Geschütze werden aufgefahren.
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Eure Kritiken zu Bluthochzeit, Die

  1. Annali

    Warnung!Vor diesem Film muss gewarnt werden! Eure Kritik liest sich sehr mild, wenn man bedenkt, was den Zuschauer auf der Leinwand erwartet. Tut euch das nicht an!!!

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