KRITIK

Blind Wedding – Hilfe sie hat ja gesagt

Blind Wedding - Hilfe sie hat ja gesagt Vorsicht ist geboten, wenn eine romantische Komödie aus amerikanischer Fabrikation in den USA gar nicht erst ins Kino gelangt, sondern direkt auf DVD veröffentlicht wird. Noch größere Vorsicht ist geboten, wenn eine durchgefallene romantische Komödie auf dem Plakat mit roter Stempelschrift als „American Pie“-Wiedergänger vermarktet werden soll, in der verzweifelten Hoffnung, dass sich ein paar älter gewordene Fans schlüpfriger Zotenparaden aus Schlüsselreizreflexen ins Kino verirren.

Immerhin spielt ja Jason Biggs die Hauptrolle, der linkische „Pie“-Protagonist. Trotz allem bringt Warner den Film nun als „Blind Wedding“ in Deutschland heraus, und man fragt sich schnell, warum bloß. Denn alles läuft hier, stolpernd, so ab wie hundertfach zuvor. Es gibt ein durch teils letal missglückte Heiratsanträge traumatisiertes Paar, das sich sehr spontan, und ohne sich vorher zu kennen, zur Heirat entschließt und am Ende innerlich verbunden in den Hafen der Liebe einläuft.

Es gibt exzentrische Sidekicks, allesamt beste Freunde und Freundinnen aus dem goldenen, aber zerfleddert auf dem Grabbeltisch des Ideen-Antiquariats herumliegenden Komödienbuch. Und es gibt Eltern, die mitunter (ein Anflug jüdischen Humors) im Keller koschere Hula-Hoop-Reifen entwerfen, öfter aber zu enervierender sexueller Libertinage neigen. Wie so oft sinkt das Interesse proportional zur Zunahme des halbseidenen Humors.

Selten wirkte der auch so krampfig herbeigesucht wie hier. Schade also um den einzigen Lichtblick: Isla Fisher, zuletzt als Wahlbüro-Praktikantin in „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ amüsant, wirkt im Zusammenspiel mit Biggs buchstäblich wie im falschen Film. Schnell ab damit ins DVD-Regal!



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INHALT

Der erste Versuch eines Heiratsantrages läuft bei Anderson gehörig schief: Anstatt ja zu sagen erleidet seine Herzensdame einen Herzinfarkt und stirbt. Jahre später versucht sein Kumpel Ted ihm über Lethargie und Trauer hinwegzuhelfen und überredet Anderson sich nach einer neuen Liebe umzuschauen. Allerdings meint er es dann doch etwas zu gut, als er der nächstbesten Kellnerin einen Antrag macht. Zu allem Unglück sagt diese auch noch Ja.
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