KRITIK

blaue Grenze, Die

blaue Grenze, Die
Momme, ein stiller, junger Mann mit einem leicht untersetzten Körper und einem breiten Kindergesicht, verliert seinen Vater. Er macht sich in der Nähe von Flensburg auf die Suche nach seinem Großvater, doch auch diesen hat der Verlust eines geliebten Menschen aus seiner Wohnung vertrieben: Seit dem Tod seiner Frau lässt er sein Appartement in der Stadt verkommen und lebt in einem kleinen Wochenendhaus in einer Schrebergartensiedlung. Während Momme ihn dort besucht, stößt er nachts auf eine Partygesellschaft aus Dänemark, unter ihnen die schöne Lene. Beide kommen sich schnell näher, und als Lene am nächsten Morgen in ihre Heimat zurückkehren muss, kann Momme sie einfach nicht vergessen. Er macht sich auf die Suche nach ihr; doch bei der Überquerung der „blauen Grenze“ nach Dänemark stellen sich ihm ungeahnte Schwierigkeiten in den Weg.

Es ist kalt an der Nordseeküste. Und es ist kalt in Till Franzens Trauer-Bewältigungs-Drama. Doch Kälte geht von den Darstellern nicht aus. Ganz im Gegenteil. Regisseur Franzen verwandelt die fröstelige Stille und geheimnisvolle Leere, die einkehrt, wenn ein Mensch stirbt in eine angenehm wohltuende Wärme. Das gelingt ihm mit seinen überzeugenden Darstellern, allen voran Antoine Monot jr. als Momme ganz hervorragend. Franzen erzählt mit lakonischem Humor und reservierter Zurückhaltung. Tragische, groteske und traurige Momente wechseln sich ab. Paul Thomas Andersons „Magnolia“ kommt einem in den Sinn. Hier in einer Art „Nordee-Version“, getragen durch die trockene norddeutsche Mund- und Lebensart der Region. Mit intensiven und eindringlichen Klängen unterstreicht zudem die Musik von Kurt Wagner und der Gruppe Lambchop die larmoyante Grundstimmung.

Daneben darf sich der Zuschauer auf ein erfreuliches Wiedersehen mit der großen Hanna Schygulla freuen, die mit Dominique Horwitz nach zwanzigjähriger Leinwandabstinenz ein ungleiches und doch mystische miteinander verbundenes Paar bildet.



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INHALT

Einen jungen Mann verschlägt der Tod des Vaters nach Flensburg zu seinem Großvater, wo er eine schöne Frau kennen lernt. Als sich die beiden kurze Zeit später wieder aus den Augen verlieren, macht er sich auf die Suche nach ihr, wobei sich ihm ungeahnte Schwierigkeiten in den Weg stellen.
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Eure Kritiken zu blaue Grenze, Die

  1. ZAP

    Trockener, norddeutscher HumorEin ruhiger und langsamer Film, der mit seinen Inhalten sehr distanziert umgeht. So werden Spannungen geschaffen, die sehr gut das norddeutsche Temperament widerspiegeln. Mit entsprechendem Humor gespickt.

    Ein toller Film.

  2. Nanomann

    WunderbarSehr Schöner zauberhafter Film, der mich tief berührt hat.

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