KRITIK

Blade 3 – Trinity

Blade 3 - Trinity Es sind ja oft die Kinder, die besonders kluge Frage stellen. Der wortkarge Vampirjäger Blade, dieser ledergewandete Gothic-Zwittergesell mit den verhängnisvollen Dracula-Genen, wird hier einmal von einem jungen Mädchen dabei beobachtet, wie er jenes Serum schluckt, das ihn selbst vor der Mutation zum Blutsauger schützt. „Ich trage das Böse in mir“, erklärt er dem verdutzten Girlie. „Warum bist du denn nicht einfach nett?“, gibt dieses zurück. Nun, vermutlich, weil dann der dritte Teil der Splatter-Saga um den so genannten Daywalker, der ohne Rücksicht auf Sonnenlicht und Sargruhe seinen Ein-Mann-Krieg gegen die Finsterlinge mit Knoblauch-Phobie führt, ziemlich langweilig wäre.

Blade, den wiederum Wesley Snipes als wandelnde Coolness gibt, wird sogar noch mit einer weiteren gewichtigen Existenzfrage konfrontiert. Was er denn machen würde, wären eines Tages alle Vampire auf dem blauen Planeten ausgelöscht, will ein Kampfgefährte von ihm wissen. Sich ein Hobby zulegen, das nichts mit Morden in vierstelliger Höhe zu tun hat? Daraufhin allerdings blickt der tätowierte Schwertträger mit dem messerscharfen Fünf-Sätze-Repertoire so angeekelt, als hätte man ihn in eine Selbsthilfegruppe für Männer mit emotionalen Hemmungen gesteckt. Doch keine Sorge, das transsylvanische Tabula-Rasa-Szenario droht vorerst nicht. Denn „Blade: Trinity“ erzählt von der Wiederkehr des Bram Stokerschen Vampirfürsten höchstselbst, der seinen zahlreichen Jüngern zu neuem Selbstbewusstsein und frischem Blut verhelfen soll. Der Daywalker, der mittlerweile einer Diffamierungskampagne in den menschlichen Medien zum Opfer gefallen ist, kann das natürlich nicht zulassen.

Regisseur David S. Goyer versucht dabei, den technokühlen Comicton der Vorgängerfilme zu treffen, gelangt aber über konventionelle Action kaum hinaus. Das einzige, was in Erinnerung bleibt, ist die Antwort des Helden, warum er partout nicht nett sein will: „Weil die Welt nicht nett ist.“ Das leuchtet ein.



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INHALT

Viel Arbeit wartet auf Blade, den zum Tagwandeln befähigten Vampirbastard und ersten Blutsaugerterminator der Nation: Die ebenso gerissene wie mächtige Vampirfürstin Danica Talos hat niemand geringeren als den legendären Grafen Dracula zum Leben erweckt, um Menschheit und Planeten endgültig zu unterwerfen. Damit ihr der Daywalker dabei nicht zur falschen Zeit ins Gehege kommt, wird dieser kurzerhand in der Öffentlichkeit als Serienkiller diskreditiert. Doch auch Blade hat seine Freunde.
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Eure Kritiken zu Blade 3 – Trinity

  1. Christian

    Wesley Snipes im Team…. und wenn gar nichts mehr hilft, hole ich mir ein paar Jungstars dazu. Mensch, alles was in Teil 1 vielleicht noch cool war, Die One-Man-RächerShow wird hier über den Haufen geschmissen und mit ein paar Gags aufgepeppt. Nein, Blade hat hier seine Seele verkauft..

  2. Whistler

    Nicht schlecht.Hallo, na, so schlecht war der dritte Teil nun nicht, wie hier beschrieben wurde. Blade ist und bleibt ein Unikum. So auch der Film, der in der dritten Auflage längst nicht so langweilig ist wie der zweite,. Für Fans lohnt sich der Besuch allemal…

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