KRITIK

Blade 2

Blade 2 Der Rezensent gesteht es: Gäbe es nicht eine irgendwie positive Erinnerung an „Blade“ Ende 1998, wäre er nicht in die Fortsetzung gegangen; anderen ging es offenbar anders, sie entschieden sich konsequent gegen die Enttäuschung.
So also mit noch drei anderen am Kino-Billigtag im Riesenkino einen unglaublich computerbeschleunigt schnellen Wesley Snipes gesehen, der nicht mehr fernöstlich elegant sondern einfach nur noch rasend schnell die Klinge schwingt. Gleichfalls bestaunte ich die Menge Holzkohle der in der Sonne gegrillten toten Untoten. Und das Blut, das in großen Becken schwabbte. Ich sah eine schöne Frau im coolen Kampfdress, deren angestrengtes Atmen hinter der Maske bereits offenbarte, welche Rolle sie im weiteren Verlauf einzunehmen hatte (den großen Daywalker Blade im Herzen zu treffen – aber bitte: keinen Sex!). Freute mich über die Rettung des treuen Freundes Kris Kristofferson aus dem ersten Teil, sah den Verräter mittendrin und mochte ihn von Anfang an nicht, musste über den marmorisierten Obervampir in moderner Architektur – altenglisch eingerichtet – lachen, war am meisten noch von der Bestie Nomak (Luke Goss) fasziniert, dem fehlprogrammierten Hypervampir, hatte die muskelbepackte Dumpfbacke und den blonden Nazi-Wissenschaftler schon in zig anderen Filmen gesehen.
Und dann war da noch einer, eine Nebenfigur, der Blade zu Beginn des Filmes schon versprach, ihn (am Ende des Filmes) nicht zu vergessen.
Nervenkitzel? Kaum, im Filmverlauf immer weniger. Der Spannungsbogen wird, wie schon in dem vom gleichen Regisseur (Guillermo Del Toro) auf die Leinwand gehievten „Mimic“ (1998) durch ausgiebige Seek-and-Destroy-Expeditionen künstlich in die Höhe gestemmt.
Schauplätze? Durchweg uninspiriert, denen von Mimic und tausend anderen, genreverwandten Filmen abgekupfert. Die geniale Eingangszene aus „Blade“ zum Beispiel (Regie: Stephen Norrington, u. a. verantwortlich für Alien 3), in der ein paar Ahnungslose (und die Zuschauer) in eine Vampirdisko geführt werden, aus deren Sprinkleranlage Freiblut für alle sprudelt, wird hier als Blutbank mit Prager Geheimpolizei-Ambiente der Siebziger in Szene gesetzt..
Warum ich einem solchen Film noch einen Punkt gebe (gar zwei)? Weil die Integrität von Blades Freund Whistler noch immer menschliches Maß hat, weil ich den Film als Motiv-Sampler anderer Filme gesehen habe (von deutlichen motivischen Anleihen aus dem letzten Teil der Alien-Trilogie bis hin zu stillistischen Kopien der Kampfdramaturgien älterer Bruce Lee-Filme bis hin zu Matrix), weil der Gedanke, dass die Unsterblichen auch Angst vor dem Sterben haben könnten, ein beeindruckender ist (im besten Vampir-Film bisher, dem „Interview with a Vampire“, spielt dieser Aspekt eine allerdings reflektiertere, ausführlicher dargestellte Rolle.
Da ist es eher die Sehnsucht nach einem unmöglichen Ende, die mehr Emotion auslöst), weil Maske und Computeranimation ansehnlich, und die Musik stellenweise antreibend ist, weil mit Blade II offensichtlich eine Wahrheit bestä-tigt wird, dass nämlich Fortsetzungen, die allein überdrehte Neuauflagen sind, keine Überlebenschance haben. In diesem Sinne: Tod allen computer/genetisch manipulierten Reapern! Benedikt Kraft



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INHALT

Der sogenannte Daywalker „Blade“, halb Vampir, halb Mensch, ist auch im zweiten Teil seiner Jagdgeschichte hinter den Wesen her, die, der Bram-Stoker-Sage nach, nur im Dunkeln existieren können, Menschenblut (am liebsten) saugen und allein durch ins Herz gehämmerte Holzpflöcke vor dem ewigen Lebenssaftsaugenmüssen erlöst werden können.
Doch in der Fortsetzung sind die neuen Blutjunkies zeitgeistige Produkte selbstherrlicher Fürsten und skrupellos fanatischer Forscher. Sie sind genetisch fehlerhafte Prototypen eines Hypervampirs, dem Sonne oder Silberkugeln in Zukunft nichts mehr anhaben sollen. Nun ist die neue Spezies in die Welt gelangt, und sie ist nicht nur kräftiger und phänotypisch ekelerregender, sie ist auch bluthungriger als ihre Vampir-Schöpfer; und befriedigen ihren Durst mittels verfeinerter Beiß-, Betäub- und Saugtechnik.
Dummerweise lassen sie sich nicht vom feinen Unterschied hie Mensch, dort Vampir leiten, sie saugen was das Zeug hält und stellen damit auch eine Gefahr für ihre Schöpfer-Väter dar. Und die, im ständigen Kampf mit Daywalker Blade, gehen in Blades Labor und Hochsicherheitsautogarage und bitten ihn um Hilfe. Die Truppe aus Vampiren und gnadenlos elegant kämpfendem Blade setzt sich also in Bewegung, räumt mit diesem oder jenem auf, taucht in Abwasserkanäle oder bizzare Vampir-Clubs ab, scheint schon gewonnen zu haben, da gibt es Verrat in den eigenen Reihen, sterben die ersten Helden, sterben die letzten bis auf den einen...
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Eure Kritiken zu Blade 2

  1. Cineclass

    Als Blade Fanhabe ich mich auf die Fortsetzung gefreut und wurde enttäuscht. Keine würdigen Gegner, kein Pathos, keine ernstzunehmende Story. Alles, was mir am ersten Teil so gefallen hat, ist im zweiten Teil weggeblieben. Stattdessen noch mehr Action, ein neuer Choreograph und noch düstere Kulisse. Falscher Ansatz, schade, sehe es fast genauso wie euer Rezensent, weiter so!!!

  2. Ralf

    Düster, Düsterer, Blade2Hey, was für ein netter Vampir-Film. War doch alles da, was so ein Film braucht. Nette Kulissen, viel Action, gute Kampfszenen.

    Hat mir gut gefallen. Hätte mir nach Blade1 zwar auch mehr versprochen, doch mir hatte der Film „gemundet“. Blutgetränkt, vollmundig im Geschmack.

  3. Till K

    End GeilHey Leutz ich weiß echt nicht was ihr habt!? Mir hat der Film super gefallen. Dieser Film hat ja wohl mehr Handlung als Blade 1 undist viel besser! Auch wenn manchmal der PC nen bissel zu viel getan hat, vor allem an ende wo man denkt da flliegen gummipersonen durch die gegend. Na ja ich find ihn seit 13 Geister den besten Film dieser zeit!

    Cya

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