KRITIK

BFG – Big Friendly Giant

Bild (c) 2016 Constantin Filmverleih.

Bild (c) 2016 Constantin Filmverleih.

Wenn ein neuer Film von Steven Spielberg ansteht, denkt man mittlerweile eher an die ernsten, historischen Dramen, die er inzwischen vorrangig dreht („Lincoln„, „Bridge of Spies„), als an die Abenteuer- und Science-Fiction-Filme, für die er jahrzehntelang berühmt war, von „E.T“. bis „Jurassic Park„, Herzensprojekte mit liebevoll kindlichem Stauneblick. Als „BFG“, diese Roald-Dahl-Verfilmung, als erster ausgemachter Kinderfilm des Meisterregisseurs angekündigt wurde, war die Freude daher groß; doch auch Skepsis machte sich breit, schließlich markiert der teil-animierte Kinderfilm Spielbergs erste Arbeit für Disney, und Disney ist bekannt dafür, Widerhaken wegzuraspeln – ob nun Dahls Anarcho-Humor oder Spielbergs Spaß an der Düsternis. Tatsächlich wirkt „BFG“ ziemlich glatt, und unter den Dahl-Verfilmungen (etwa „Matilda“ oder „Der fantastische Mr. Fox“) ist dies die am wenigsten schräge. Rasant und witzig ist der Film dennoch geworden.

Wie im 1982 erschienenem Kinderbuch „Sophiechen und der Riese“ kreist die Handlung um das aufgeweckte Londoner Waisenmädchen Sophie (Ruby Barnhill), das eines Tages den titelgebenden BFG, den „big, friendly giant“, den großen, freundlichen Riesen also, vor dem Fenster entdeckt und in Panik prompt von diesem entführt wird. Der Gigant ist ein Vegetarier, der sich von stinkenden Kotzgurken ernährt und Träume sammelt, um sie schlafenden Kindern einzupusten. Leider leben im Riesenland aber auch noch größere und unfreundliche Riesen mit verräterischen Namen wie Menschenpresser und Kinderkauer …

Szene_BFGDass Sophie und der im schönsten Kauderwelsch quatschende BFG (auf deutsch: Stefan Kurt) am Ende die Queen („Downton Abbey“-Star Penelope Wilton) und ihr Heer bemühen müssen, um den fiesen Riesen den Garaus zu machen, kommt im Film befremdlich militaristisch daher. Davon abgesehen erweist sich Spielberg aber auch in diesem leichtgewichtigen Werk als versierter Erzähler mit Sinn für Rhythmus, Timing und rührselige Erbauung. Der Einbau digitalisierter Schauspieler mittels des Motion-Capture-Verfahrens gelingt noch beeindruckender als in seinem „Tim und Struppi„-Film. Der Mann, der dem BFG Stimme und Mimik leiht, ist übrigens Mark Rylance, Spielbergs oscarprämierter Spion aus „Bridge of Spies„. Sehenswert.

 

 

Kritikerspiegel Big Friendly Giant



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Julius Zunker
kinofans.com, mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

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