KRITIK

Beyond the Sea

Beyond the Sea Es tut immer weh, einen Traum scheitern zu sehen. Lange, wahrscheinlich zu lange, hat der großartige Schauspieler Kevin Spacey die Idee gehegt, die Lebensgeschichte des amerikanischen Künstlers Bobby Darin zu verfilmen. Angeblich musste er gar seiner todkranken Mutter, die ein großer Fan des pomadigen „Splish Splash“-Sängers war, hoch und heilig versprechen, das Filmprojekt eines Tages zu verwirklichen. Immerhin hat der Junge sein Wort gehalten, aber der Film, der da entstanden ist, strotzt in jeder Sekunde vor Ambition, lässt indes kein bisschen Herzblut erkennen.

Spacey, der sich als Regisseur, Autor, Produzent und Hauptdarsteller übernimmt, erzählt, ausgehend von einer überflüssigen Film-im-Film-Idee, aus dem kurzen Leben des Bobby D., der wegen einer Erkrankung vom Ehrgeiz besessen war, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erreichen und mit 37 Jahren starb. Allein, Spacey gelingt nicht mehr, als stationenhaft und exemplarisch die Karriesprünge des „Beyond the Sea“-Barden zu bebildern, der sich auch zum Filmstar berufen fühlte und die Schauspielerin Sandra Dee (Kate Bosworth) heiratete. Von der Ehe allerdings erfährt man nicht viel, sie kriselt wohl. Nein, es geht einzig um Aufstieg, Fall und Comeback des Bobby Darin, den Spacey mit stets verkniffenen Zügen vorstellt. Sein Talent bleibt unbestritten, für die Rolle aber ist er zu alt. Und Interesse am Leben seines Helden weckt er nicht – das Todesurteil für ein Biopic.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Weil Ärzte ihm einen frühen Tod prognostizieren, lebt Bobby Darin auf der Überholspur. Erobert als Sänger Teenagerherzen, als Entertainer die Nightclubszene und schließlich auch Leinwand- und Teenidol Sandra Dee. Doch seine Rastlosigkeit belastet die Ehe und eine familiäre Enthüllung sein Selbstverständnis. So sucht der Star nach einer neuen musikalischen Zukunft, während sein Stern zu sinken beginnt.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*