KRITIK

Beste kommt zum Schluss, Das

Beste kommt zum Schluss, Das Praktisch, wenn man sich in Hollywood mit einem Rollentypus so etabliert hat, dass man ihn nur noch routiniert abzurufen braucht, um dem Publikum das Verlangte zu bieten: Jack Nicholson, 70 Jahre alt, kann das. Ob „Besser geht`s nicht“, „Wutprobe“ oder „Was das Herz begehrt“: Den cholerischen Egomanen, der sich alsbald in einen grinsenden Macho-Charmeur verwandelt, beherrscht er im Schlaf. Und Morgan Freeman, auch 70, ist sowieso immer bedächtig, souverän und edel, selbst, wenn er einen Automechaniker spielt wie hier.

In „Das Beste kommt zum Schluss“ landen beide todkrank im selben Krankenzimmer, und eine Weile lang funktioniert der Film auf bekannten Bahnen bestens: Nicholson als schwerreicher Stinkstiefel, dem das Hospital gehört und der sich pausenlos von einem Assistenten umsorgen lässt (weil ihn sonst niemand besucht), Freeman als redlicher Handwerker und Familienvater, der wenigstens noch einmal im Leben so lange lachen will, „bis man weinen muss“.

Im Englischen sagt man fürs Sterben salopp „to kick the bucket“, und um eine „bucket list“ (Eimerliste), also um das, was man noch als erledigt abhaken will vor dem Tode, geht`s im weiteren Verlauf der Komödie. Und die wird damit zusehends hanebüchen, eine episodische Witzelshow mit melancholischem Vorwand. Da wird fallschirmgesprungen, nach Indien und Ägypten privatgeflogen, tätowiert, auf Safari gegangen und Rennen gefahren. Bis zum Endkitsch.

Regisseur Rob Reiner, ein Ass der Achtziger, heute Dompteur solider Rührkost, mischt Frank Capras Klassiker „Ist das leben nicht schön?“ mit dem Til-Schweiger-Roadmovie „Knockin’ on Heaven`s Door“ – und wären Nicholson und Freeman nicht, man könnte getrost wegschauen.



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INHALT

Schockierende Krebsdiagnosen führen Milliardär Cole und Automechaniker Chambers als Krankenhauspatienten zusammen. Chambers` Liste von Wünschen, die er sich vor seinem Tod noch erfüllen möchte, setzt das ungleiche Duo schließlich mit Ergänzungen Coles in die Tat um. Auf einer Tour durch die Welt, reich an Schönheit, Luxus und Abenteuer, werden sie Freunde und erkennen die wahren Werte ihres Lebens.
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