KRITIK

Beste Chance

Bild (c) Majestic Film.

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Langzeitfiktionen liegen im Trend: Ganz so wie Richard Linklater es mit seinen „Before Sunrise“-Filmen und „Boyhood“ vorgemacht hat, kehrt auch Marcus H. Rosenmüller in seinen „Beste Zeit“-Filmen stets zu seinen Figuren Kathi und Jo zurück, um ihnen beim Erwachsenwerden zuzuschauen.

Weil der Regisseur aus Bayern, der dem deutschen Kino mit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ einen unerwarteten Mundart-Hit bescherte, Probleme mit der Finanzierung hatte, sind seit den ersten Teilen der Trilogie – „Beste Zeit“ und „Beste Gegend“ – bereits sechs Jahre vergangen. Aus den Abiturienten von damals sind Erwachsene im Übergang in eine wie auch immer geartete Phase der Konsolidierung geworden: Die angehende Architektin Kathi (Anna Maria Sturm) etwa steht kurz vor dem Examen, die Jungs der Clique lavieren zwischen Hausbau und Karriere.

Szene_Beste_ChanceAls Kathi aus einer Anrufbeantworternachricht schließt, ihre in die weite Welt aufgebrochene Freundin Jo (Rosalie Thomass) sei in Not geraten, reist sie kurzerhand nach Indien, besorgt verfolgt von den Vätern. Doch Jo ist derweil in ihr oberbayerisches Heimatkaff zurückgekehrt – auf der Suche nach einem Neuanfang.

Trotz Indien-Plot macht Rosenmüller auch „Beste Chance“ zum Neo-Heimatschwank. Die Darstellung des Subkontinents als kriminalitätsgesättigte Touristenfalle und Fluchtpunkt für Sinnsucher ist dabei nicht frei von Klischees – auch wenn die Kathi-Handlung eine durchaus verblüffende Wendung nimmt. Kinogänger, die Rosenmüllers Filme schon immer zu konstruiert fanden, werden ihre Meinung nach „Beste Chance“ kaum ändern; Fans aber, die sich schon in den ersten beiden Filmen um Kathi und Jo zu Hause fühlten, wird auch dieser (vorläufige?) Abschluss ganz sicher nicht enttäuschen.

 




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