KRITIK

Best Exotic Marigold Hotel 2

Bild (c) 2015 Twentieth Century Fox.

Bild (c) 2015 Twentieth Century Fox.

Mit seiner gelungenen Kombination aus britischem Humor und farbsatten Reiseprospekt-Aufnahmen aus Indien ist das Rentner-im-Exil-Drama „The Best Exotic Marigold Hotel“ vor drei Jahren zum Überraschungshit geworden – erstaunlicherweise nicht nur bei der avisierten Publikumszielgruppe der so genannten „Best Ager“, also ab 60 Jahren aufwärts.

Mit Judi Dench, damals noch als James Bonds-„M“ im Einsatz, dem herrlich grantigen „Downton Abbey“-Star Maggie Smith (wie Dench unlängst 80 geworden) und dem gekonnt tapsigen Bill Nighy („Tatsächlich … Liebe“) waren gleich mehrere Stars aus der Spitzenliga des britischen Schauspiels in Bestform mit an Board. Die fällige Fortsetzung ist nun ein schönes Wiedersehen mit fast allen Figuren. Dabei ist sie nicht unproblematisch. Denn wo das Original seinen Reiz vor allem daraus zog, einer schön gegensätzlichen Gruppe englischer Rentner dabei zuzuschauen, wie sie sich mit völlig entgegengesetzten Erwartungen und Hoffnungen ins versprochene Altersparadies im indischen Jaipur begibt und alle Träume und Vorurteile an der chaotischen Realität abgleichen muss, haben sich die Protagonisten inzwischen im „Marigold Hotel“ eingelebt. Sprich: Viel (Culture-Clash-)Konfliktstoff ist nicht mehr übrig.

Szene_Best_Marigold_2Madge, Norman und Carol befassen sich mit späten Romanzen, und Muriel grantelt auch als Mentorin des jungen Hotelbesitzers Sonny („Slumdog Millionär“ Dev Patel) herum wie eh und je. Wie gehabt bleiben alle weniger schönen gesundheitlichen oder sozialen Aspekte des Altwerdens oder der indischen Realität ausgeblendet. Der Kontrast aus britischer Akkuratesse und indischer Alltagsimprovisation sorgt nach wie vor für gute Lacher, doch es fällt auf, dass Regisseur John Madden („Shakespeare in Love“) Mühe hat, die Gruppe in neue Turbulenzen zu stürzen. So lässt er den silberhaarigen „Pretty Woman“-Amerikaner Richard Gere (inzwischen 65) aufkreuzen, in einem schön selbstironischen Auftritt als Witwenbezirzer und eventueller Spion eines möglichen Investors. Das ist zwar in etwa so spannend wie ein altes Kreuzworträtsel, doch diesen Darstellern könnte man eben selbst beim Staubsaugen zuschauen.

 




Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*