KRITIK

Berlin am Meer

Berlin am Meer Margarete hat neulich gesagt, dass eigentlich alle Geschichten Liebesgeschichten sind. Erzählt Tom zu Beginn. Nicht dumm, diese Margarete, obwohl sie noch jung ist, in Berlin lebt und ziemlich viel trinkt. Das Problem: In dem, was jeder weiß und jeder kennt, erschöpft sich dieser Film dann auch. Dabei ist Wolfgang Eißlers Spielfilmdebüt über eine verkiffte Studenten-WG in der Hauptstadt nicht mal unsympathisch. Bloß hat man diese Anekdoten einer Jeunesse dorée zwischen Drogendelirium und Dönerbude alle schon gehört, oft straffer erzählt, wie in Martin Gypkens` „Wir“.

Im Mittelpunkt der szenigen Mittneunziger-Ballade steht Tom – von Robert Stadlober gar nicht schlecht als Schmerzensjunge der Elektrobeat-Szene gespielt –, der als einziger seiner Slacker-Freunde echte Ambitionen hat und sich heimlich an Musikhochschulen als Kompositionsstudent bewirbt. Doch damit klappt`s vorläufig ebenso wenig wie mit der Liebe. Mavie (Anna Brüggemann), die schöne Schwester eines Mitbewohners, zeigt zwar Gefallen an Tom, knutscht dann aber im Suff ausgerechnet mit dem Schaumschläger Malte (Axel Schreiber), Toms DJ-Kollegen, dem eh alles zuzufliegen scheint. Derart heftig muss Tom einstecken, dass er schon bereit ist, die Koffer zu packen.

Regisseur Eißler hat jede Menge hübscher Bildeinfälle, da zerspringt etwa der Mond aus lauter Liebeskummer. Aber eine richtige Geschichte wäre mehr wert.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Heiße Beats und Frauen bestimmen das Leben der DJs Tom und Malte, die mit Student Mitsch in einer Berliner WG zusammenleben. Als Mitschs Schwester Mavie für kurze Zeit dort einzieht, zeigt sich der Berliner Sommer von der turbulentesten Seite. Tom entdeckt durch Mavie die Liebe, Malte durch Tom, dass sich musikalische Leidenschaft nicht nur in Szeneclubs und in Plattenverträgen niederschlagen kann.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*