KRITIK

Batman

Batman „Batman“ ist ein Film der Kompromisse, gewissermaßen ein Produkt von Warner und Tim Burton – und darunter leidet er bisweilen stark.
Der weltweit erfolgreiche Blockbuster trägt den markanten, aber doch zaghaften Stil des Ausnahmeregisseurs, seine Ästhetik umrahmt die Geschichte des Dunklen Ritters; aber die Verfilmung des DC Comics ist durchsetzt mit Zugeständnissen an die Interessen eines Blockbusters, mit denen Burton zum damaligen Zeitpunkt nach der Querelen um „Beetlejuice“ bereits zum zweiten Mal konfrontiert wurde. Augenscheinlich ist der Ausnahmeregisseur noch nicht in der Lage gewesen, sich von den Studios im Hintergrund zu emanzipieren.

Von jeher lag die Stärke des Amerikaners darin, Sympathien gegenüber per se unnahbaren und undurchsichtigen Figuren zu generieren und zu inszenieren. Mit seinem Hauptdarsteller Michael Keaton hat er einen starken Verbündeten gefunden: Die besten Momente hat „Batman“ dann, wenn er sich nicht in seine Actionsequenzen flüchtet, sondern wenn er sich mit den Figuren beschäftigt; wenn er seine Hauptfigur nicht heroisiert, sondern sie als erstaunlich verletzlich und menschlich zeichnet, wenn er Bruce Wayne als tapsig-liebenswürdigen Sonderling beschreibt, nur um ihn wenig später doch wieder als reflektierten, aber rachsüchtigen Batman zu positionieren.

Etwas konträr dazu stehen die kurzen, und durchaus unterhaltsamen Passagen der gewalttätigen Konfrontation mit seinen Gegenspielern, in denen eben jene Konzeption, die den Film über weite Strecken so souverän trägt, zu bröckeln beginnt: Dem Auftritten des schwarzen Vigilanten ist eine gewollte Unsicherheit anheim, der Hauch des Unperfekten, der sich letztendlich als logische Konsequenz der Charakterisierung offenbart. Fast möchte man meinen, der Fledermausmann fühlt sich in diesen Nebenkriegsschauplätzen genauso unwohl wie der Mann auf dem Regiestuhl, denn tatsächlich basiert das härteste Duell im Finale weniger auf fliegenden Fäusten, als vielmehr auf der Konfrontation, zweier sich bedingender und selbstgerechter Egomanen (ebenso stark: Nicholson), deren sich duellierende Auren und die damit einhergehenden knappen aber starken Wortgefechte, um ein Vielfaches beeindruckender ausfallen, als der vorangegangene Flug mit dem Batwing.

„Batman“ ist letztendlich (zu) oft ein inhomogener Film, weniger in Hinblick auf seine Cartoon-Herkunft, von der sich Burton bereits in der Grundkonstruktion löst, sondern als für sich geschlossene Einheit – ihm fehlt die Ruhe und Gelassenheit; der endgültige Wille, nicht den Konventionen des Popcorn-Kinos zu erliegen, und jeden Tiefgang doch auch mit Action nachwürzen zu müssen. Der Tenor des `dunklen Märchens` steht dem Film zu jeder Zeit besser, als seine „BallaBalla-Allüren“.

Damit liegt er dank des unbestrittenen Talents von Cast und Regisseur immer noch über dem Durchschnitt aller Comicverfilmungen, verschenkt aber trotzdem allerhand Potential, und findet seine Rolle in der Kinogeschichte eher als langes Vorspiel zum reiferen und eigenständigeren „Batman Returns“. Übrig bleibt ein Film, den man angesichts der Entwicklungen des Franchise‘ eher verehren will, als verehren kann.



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INHALT

Kriminalität und Korruption hat die Metropole Gotham City fest im Griff. Doch eine mysteriöse Gestalt im Fledermauskostüm hat es sich zur Aufgabe gemacht die finsteren Machenschaften der Unterwelt zu bekämpfen: Batman. Aber auch die Gegenseite hat einen neuen Helden, den bizarren Joker, der die Stadt nicht nur mit seinem Smylex-Nervengift terrorisiert.
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