KRITIK

Bärenbrüder

Bärenbrüder Etwas ist faul im Hause Disney. Der Konzern, der seit „Der König der Löwen“ keinen überzeugenden Zeichentrick-Blockbuster mehr hervorgebracht hat, scheint das Gespür für mitreißende Geschichten verloren zu haben, schielt neidisch auf das bald eigenständige Pixar-Studio mit seinen Computerwunderwelten und kündigt an, in Zukunft ebenfalls keine klassischen Animationsfilme mehr produzieren zu wollen. Vor diesem Hintergrund erscheint das jüngste Fabelwerk der einstigen Herrscher im Reich der sprechenden und singenden Tiere ein wenig wie ein melancholischer Abgesang aufs eigene Schaffen, eine letzte Erinnerung an die Kunst des liebevollen Zeichnens. Ein Hauch von „Es war einmal in Amerika“ weht in jeder Hinsicht durch „Bärenbrüder“.<br<

Die Geschichte spielt im Nordwesten des Landes kurz nach der Eiszeit und erzählt von drei Brüdern, die ihre Bestimmung finden müssen. Nach indianischer Sitte erhält ein jeder heranwachsender Mann der Stammesgemeinschaft, wenn die Zeit reif ist, von der Schamanin sein Totem, sein Tiersymbol, das ihm den Pfad durchs Leben weisen soll. Der ungestüme junge Kenai, dessen Brüder das Ritual bereits hinter sich haben, freut sich wie ein Schneekönig auf Löwenmut oder Mammutstärke – und ist entsprechend erschüttert, dass die Geister der Vorfahren für ihn den Bären der Liebe gewählt haben. Doch nicht genug damit, dass er ein derlei unmännliches Amulett am Hals hat, nein, bald schon wird Sitka, der Älteste der Drei, bei der Jagd auf einen Bären getötet, woran Kenai nicht unschuldig ist. Er schwört Rache, was Konsequenzen hat. Aus dem Jenseits greifen die Ahnen ein und verwandeln den Jungen in einen Bären.

Dieser 44. Zeichentrickfilm der Disney-Animateure, inszeniert von Aaron Balise und Robert Walker, ist Toleranz-Lehrstück und Abenteuer-Reise, Kultur-Parabel und Tier-Komödie. Erfreulicherweise überbordet dabei nicht der indianische Ethno-Kitsch, der „Pocahontas“ so klebrig erscheinen ließ. Obschon das Naturidyll eine Spur zu harmonieschwelgend gezeichnet ist, bleibt die Geschichte doch von sensiblem Ernst grundiert. Die Wanderung Kenais an der Seite des Bärenjungen Koda, der seine Mutter verloren hat, lässt en passant Fragen nach Schuld und Verantwortung anklingen und wartet gar mit einem überraschend unpathetischen Ende auf. Allein die Songs von Phil Collins, die eingedeutscht säuseln, dass wir alle Brüder, alle gleich sind, trüben den angenehmen Eindruck.



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INHALT

Viele, viele Jahre vor unserer Zeit: Im Nordwesten Amerikas leben die drei Brüder Kenai, Denahi und Sitka. Durch einen tragischen Unfall wird der Älteste von einem Bären getötet. Kenai, der ungestüme Jüngste, schwört Rache. Doch dann passiert Unglaubliches: Kenai wird auf magische Weise selbst in einen Bären verwandelt … Aus der neuen Sicht sieht die Welt ganz anders aus: Um sich auf vier Tatzen zurechtfinden und wieder ein Mensch werden zu können, muss Kenai sich mit einem vermeintlichen Erzfeind anfreunden, dem jungen, sehr gesprächigen Grizzly Koda, der auf der Suche nach seiner Mutter ist.
Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf den Weg: Kenai, um seine Menschengestalt wiederzuerlangen, Koda, um beim sagenumwobenen jährlichen Bärenfest Salmon Run seine Mutter wiederzufinden. Ausgerechnet der liebenswerte Koda bringt dem zornigen Kenai während ihrer abenteuerlichen Reise bei, was Freundschaft, Bruderliebe und Toleranz wirklich bedeuten …
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Eure Kritiken zu Bärenbrüder

  1. Fee

    SchönEin zauberhaftes Märchen… Ein sehr guter Disney..

  2. Jimmy

    Ich fand den Film auch sehr schön. Nach langem mal wieder ein richtig gut durchdachter Disney-Film. Etwas für die ganze Familie

  3. Maria

    Toller Film, nette SeiteHey Glückwunsch! Eine nette Seite, die ich hier gefunden habe. Bärenbrüder sollte man gesehen haben, auch wenn man kein Disney-Fan ist. Es ist ein netter Film.

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