KRITIK

Band von nebenan, Die

Band von nebenan, Die Zwischen Krieg und „Kaltem Frieden“ bewegt sich das Verhältnis bzw. Nicht-Verhältnis von Israel und seinem Nachbarn Ägypten. Diesen Zustand greift Filmemacher Eran Kolirin (Israel) in seinem Debütfilm auf und macht daraus … ja, was? Eine Komödie?

Wenn „Die Band von nebenan“ eine Komödie ist, dann sicher die traurigste und melancholischste, die ich je gesehen habe. Aber das ist gar nicht das Problem dieser `Dramödie`, die soeben weltweit abgefeiert wird: Dieser dem Minimalismus frönende, bewusst realitätsferne Film ist schlicht zu langweilig. Andere bezeichnen gerade das als „große Kunst“, aber mir gab es, bei aller Sympathie den tollen Schauspielern gegenüber, nicht so sehr viel, 83 realen und gefühlten 150 Minuten lang in traurige, noch traurigere und allertraurigste Gesichter in Großaufnahme zu schauen.

„Schulze get`s the Blues“ war ein bisschen ähnlich gelagert, von der politischen Dimension mal abgesehen. Doch der ebenfalls viel Geduld erfordernde „Schulze“ war immerhin nicht in einem Satz erzählt, wie „Die Band von nebenan“. (Man brauchte mindestens drei.)

Dabei hatte alles so gut angefangen: Mit leisem Humor und sympathischen Protagonisten, die – nach einer wunderschönen kleinen Flughafen-Episode – in Reih und Glied in ihren himmelblauen Uniformen im Nirgendwo der israelischen Wüste stehen, auf der Suche nach dem arabischen Kulturzentrum, wo sie als Kapelle aufspielen sollen. Ebenfalls großartig die Szene in der Rollschuhdisko. Aber für`s Gesamte zumindest mir ein bisschen wenig.



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INHALT

Schon bei der Ankunft am israelischen Flughafen stößt das kleine ägyptische Polizei-Orchester auf Probleme. Niemand holt sie ab und dann landet die achtköpfige Truppe nicht an dem gewünschten Ort, wo sie bei der Eröffnung eines Kulturzentrums aufspielen sollen, sondern strandet in einem Nest in der Wüste. Nur dank Imbiss-Wirtin Dina finden sie Unterschlupf für eine Nacht.
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