KRITIK

Avengers: Age of Ultron

Bild (c) Walt Disney Pictures Germany.

Bild (c) Walt Disney Pictures Germany.

Willkommen zum zweiten Klassentreffen der maskierten Superhelden! – Und damit zu einem weiteren Höhepunkt im „Marvel Cinematic Universe“. So nämlich bezeichnet der Comic-Verlag Marvel die Gesamtheit aller Filme und Serien, in denen er das hauseigene Figurenrepertoire seit 2008 höchstpersönlich vermarktet. Inzwischen sind diese Marvel-Blockbuster hauptverantwortlich für die Klage, in Hollywood werde außer Superheldenfilmen derzeit kaum Nennenswertes mehr produziert.

Nach den Solo-Filmen zu Iron Man (Robert Downey Jr.), zum Choleriker Hulk (inzwischen von Mark Ruffalo gespielt), zum Hammer-Mythos Thor (Chris Hemsworth) und zu Captain America (Chris Evans) mündete das filmische Milliarden-Spiel 2012 in den ersten „Avengers“-Film, in dem die Helden erstmals gemeinsam die Welt retteten und sich währenddessen sehenswert in allerlei Sympathien und Antipathien verhedderten.

Szene_Avengers_2Im zweiten gemeinsamen Abenteuer nun, erneut von Joss Whedon inszeniert, wird die Rums-und-Schepper-Quote noch einmal deutlich erhöht, in 3D und auf fortschrittlichstem Trickeffekt-Niveau, versteht sich. Gemeinsam mit den Gefährten Hawkeye und Black Widow (Scarlett Johansson) geht es zunächst in den erneuten Kampf gegen Nazis, später gegen die Apokalypse, die sich ein künstlich-intelligenter Roboter namens Ultron auf die Agenda setzt. Weitere Superhelden stoßen hinzu, am spannendsten ist die Hypnotikerin Scarlet Witch, die den Avengers schlimme Psychosen beschert. Am Ende der zweieinhalb Stunden schwebt eine komplette Stadt im Himmel, und Roboterheere dreschen in „Transformers“-Tradition aufeinander ein. Das Wie und Warum ist zu diesem Zeitpunkt längst egal geworden.

Wichtiger ist in Marvel-Filmen ohnehin das Insider-Spiel mit Querverweisen, Gastauftritten und Vorausblicken – was das Ganze für uneingeweihte Zuschauer durchaus undurchsichtig macht. Auch „Age of Ultron“ kommt nie wirklich zu sich selbst, zu beschäftigt ist Whedon damit, das Spektakel vor allem als weitere Durchgangsstation zu den nächsten Abenteuern zu etablieren, als neuen Baustein mithin im untereinander komplex verlinkten „Cinematic Universe“. Auch wenn es noch so viel Vergnügen bereitet: Diese Filme sind längst zu ihrem eigenen Merchandising geworden, zum Perpetuum Mobile einer kapitalistischen Spaßmaschine.

 

 

 



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