KRITIK

Ausnahmesituation

Ausnahmesituation Branchengerüchten zufolge soll Harrison Ford demnächst tatsächlich in einem fünften „Indiana Jones“-Film dabei sein – er wäre dann fast siebzig. Bis es soweit ist, leiht er seine Statur aber deutlich kleineren Filmen mit ambitionierten Absichten.

Zuletzt spielte er einen Grenzer im Migrantendrama „Crossing Over“, diesmal einen Country hörenden, Cowboystiefel tragenden Wissenschaftler: Der hat eine schlüssige Theorie, wie man der seltenen Krankheit „Morbus Pompe“ beikommen könnte – vorausgesetzt, man hätte reichlich Forschungsgeld zur Verfügung.

Der Familienvater Peter Crowley (Brendan Fraser) liest darüber im Internet – und setzt fortan alles in Bewegung, um den Forscher zu unterstützen, denn Crowley hat zwei Kinder, die an eben jener Muskelschwund-Krankheit leiden: Die Lebenserwartung liegt bei neun Jahren. Das Ziel der Protagonisten und auch des Films ist damit vorgegeben: Gegen alle Widerstände muss die Theorie zur Therapie führen, und da hadert Crowley mit dem formel-autistischen Anerkennungsdrang des Wissenschaftlers ebenso wie mit den wirtschaftlichen Effizienzbedenken und Zeitvorgaben der Pharmaindustrie (ohne diese jedoch allzu deutlich kritisieren zu wollen).

Da der Countdown läuft (Tochter Megan ist schon acht), hätte das auf Tatsachen beruhende Drama ebenso rührend wie spannend sein können, doch Regisseur Tom Vaughan („Love Vegas“) erzählt die Story routiniert herunter, ohne viel dramatisches Aufhebens darum zu machen. Einerseits ist das durchaus angenehm, weil es Rührseligkeiten halbwegs in Grenzen hält, andererseits lässt diese etwas halbgare Mixtur aus Familiendrama und Forscherkrimi letztlich ziemlich kalt. Und das war so wohl nicht geplant.



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INHALT

Weil zwei seiner drei Kinder an einer unheilbaren Stoffwechselkrankheit leiden, die in den nächsten ein bis zwei Jahren wohl zum Tod führen wird, fällt John Crowley eine riskante Entscheidung. Er kündigt seinen Job und überredet den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Stonehill, seine Forschung zur Pompe`schen Krankeit beschleunigt zu einem praktischen Ergebnis zu führen. Unter dem Druck von Zeit und den Investoren eines Pharmakonzerns arbeitet das Duo an einem Heilmittel, das es bisher nicht einmal in der Theorie gab.
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