KRITIK

Ausgerechnet Sibirien

Plakat zum Film Ausgerechnet SibirienFilmemachen nach Zahlen: Wer bereits bei dem deutschen Titel an die US-Serie „Ausgerechnet Alaska“ („Northern Exposure“) aus den Jahren 1990 bis 1995 denkt, der liegt nicht ganz falsch. In diesem Fall schicken wir auch einen Sonderling in ein kulturell fremdes Umfeld, sorgen für einen Kulturschock und lassen ihn dann die neue Umgebung liebgewinnen. Tausendmal gesehen, nicht zuletzt auch im deutschen Film und Fernsehen. Wenn Joachim Król diesen Sonderling spielt, liegt die Messlatte zudem hoch.

Zu viele Figuren dieser Art hat er schon gespielt, man denke nur an das schöne Rail-Movie „Zugvögel“, in dem er einst als Fahrplan-Fetischist nach Lappland reiste. In der Abenteuer-Komödie von Ralf Hüttner muss er nun als Leverkusener Textilversandhändler nach Südsibirien, um dort eine Filiale zu coachen. Knalltüten überall: saufselige Chaos-Russen hier, der akribische Krämer dort, an seiner Seite Armin Rohde auf Autopilot.

Szene aus dem Film Ausgerechnet SibirienErst als Króls Figur dem Kehlkopfgesang einer schorischen Schamanin erliegt und ihr ins Nirgendwo hinterherreist, wird es dezent berührend (und leicht esoterisch). Culture-Clash, wie man es aus vielen Komödien kennt.

Am Ende, na klar, ist Leverkusen keine Option mehr. Langweilig ist das nicht, was Regisseur Ralf Huettner („Vincent will Meer“) und Produzentin Minu Barati, die Joschka-Fischer-Gattin, hier zusammenmontiert haben. Nur kommt eben alles genau so, wie man es schon kennt. Doch Dank der wieder einmal berührenden darstellerischen Leistung des Hauptdarstellers, ist die Enttäuschung am Ende nicht allzu groß.

  

 



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Matthias Bleuel, pedantischer Logistik-Chef des Modeversandhandels Fengler, wird beauftragt, in eine winzige Verkaufsstelle des Unternehmens in Sibirien zu reisen. Das hat ihm gerade noch gefehlt! Mit dickem Daunenmantel, Pfefferspray und Desinfektionsmittel bewaffnet, erwartet Bleuel Eis, Schnee und Gefahr. Doch stattdessen gerät er auf eine skurrile Reise in den Zauber des sibirischen Sommers und entdeckt die Tiefen seines Herzens. Nach "Vincent will meer" hat Regisseur Ralf Huettner mit AUSGERECHNET SIBIRIEN eine bezaubernde Feel-good-Komödie mit Joachim Król in der Hauptrolle gedreht. Eine Geschichte über großen Mut, die Liebe und darüber, dass die Chance, alles zu verändern, uns jederzeit und überall begegnen kann.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*