KRITIK

Ashes of Time: Redux

Ashes of Time: Redux Lange sah es so aus, als würde die Zeit über diesen Film gleichgültig hinweggehen. Wong Kar-Wais „Ashes of Time“ – entstanden 1994 zwischen den vielgerühmten Arbeiten „Chungking Express“ und „Fallen Angels“ – war trotz prominenter Besetzung seinerzeit in China kein Erfolg, im Westen kaum zu sehen. Auf Bildschirmgröße funktioniert er nicht, weil die Aufnahmen des genialen Kameramanns Christopher Doyle zu komponiert sind. Also blieb ihm auch die Karriere als Videotheken-Geheimtipp verwehrt.

Man kann es nur einen Glücksfall nennen, dass Regisseur Kar-Wai sich seines Martial-Arts-Frühwerks, kurz vor der endgültigen Ausmusterung aus einem Hongkonger Filmlager, noch einmal angenommen hat. Nun kommt „Ashes of Time“ als Redux-Version, leicht umgeschnitten, digital nachgebessert und mit neuer Musik versehen, noch einmal in die Kinos – und darf als Entdeckung gefeiert werden.

Sicher, die episodische Handlung, die feste Zuschreibungen von Zeit und Raum weitestgehend auflöst, bleibt ein wenig rätselumweht. Aber sie fesselt. Im Mittelpunkt der Geschichten, die Kar-wai aus dem Roman „The Eagle – Shooting Heroes“ von Louis Cha destilliert hat, steht der Eremit Ou-yang Feng (Leslie Cheung), zu dessen Refugium in der Wüste von Rachsucht getriebene Bittsteller pilgern, die sich Auftragskiller vermitteln lassen wollen. Ausgehend von dieser Figur erzählt der Regisseur von einem Mann, der vom Wein des Vergessens trinkt, von einem erblindenden Schwertkämpfer und von einer Prinzessin mit doppelter Identität. Handlungsstränge, die kunstvoll verschränkt werden.

Welches erzählerische, stilgewaltige Talent hier am Werk war, das versetzt in zeitloses Staunen. Herausragend.



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INHALT

Im alten China, am Rande einer kargen Wüste, lebt der Schwertkämpfer Ou-yang Feng das Leben eines Vagabunden: Nach Jahren des Kämpfens hat er sich zurückgezogen und leitet ein kleines Gasthaus, in dem er Kunden anbietet, ihre Probleme zu "lösen". Er arbeitet als Killer. Lange von der Frau verlassen, führt er diese Auftragsmorde erbarmungslos und kaltblütig durch. Die schicksalhaften Begegnungen mit Freunden und Feinden machen ihm seine Einsamkeit jedoch mehr und mehr bewusst. Überarbeitung des Films Ashes of Time von 1994.
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