KRITIK

Argo

Plakat zum Film ArgoNovember 1979, Revolution im Iran. Der gestürzte Schah, den die CIA einst zu installieren half, ist in die USA entkommen. Daraufhin wird die US-Botschaft in Teheran gestürmt, mehr als 60 Mitarbeiter der Vertretung werden über ein Jahr lang in Geiselhaft gehalten. Sechs von ihnen können in die kanadische Botschaft entkommen – kein sicheres Versteck. Mit Rasanz und Dringlichkeit jagt Ben Affleck die Zuschauer seiner dritten Regiearbeit mitten ins Geschehen hinein: Historisches Intro, News-Optik und Re-Enactment machen mit der brisanten Gemengelage am Vorabend der 1980er Jahre vertraut. Das Setting scheint dabei – mit körnigem Retro-Look und detailgetreuer Schlaghosenmode – gut abgehangenen Spionagethrillern der Spätsiebziger entlehnt.

Bald aber wird klar, dass Affleck humorvoller vorgeht als in seinen harten Boston-Krimis „Gone Baby Gone“ und „The Town“. Denn der Plan zur Rettung der geflohenen Sechs könnte irrwitziger kaum sein: Das CIA erfindet einen trashigen Sci-Fi-Film (namens „Argo“), der angeblich in Teheran gedreht werden soll und als dessen kanadische Crewmitglieder die Botschaftsflüchtlinge außer Landes geflogen werden sollen. Szene aus dem Film ARGODie Aktion ist historisch verbürgt, auch den Hollywood-Make-Up-Spezialisten John Chambers (Oscar für „Planet der Affen“), der die Sache mit anleierte, gab es wirklich. John Goodman spielt ihn mit ebenso viel Gusto und Branchen-Selbstironie wie Alan Arkin den (fiktiven) Filmproduzenten Lester Siegel und „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston den CIA-Boss. Nur Affleck selbst kommt in der Hauptrolle als Leiter und Vordenker der Aktion trotz Vollbart eher blässlich rüber. Sein Schauspiel bleibt minimalistisch.

Aber egal: „Argo“ entwickelt sich spätestens im höllisch spannenden Schlussdrittel zu einem der besten Suspense-Thriller, die es dieses Jahr ins Kino schafften. Auch weil er keine moralischen Eindeutigkeiten zementiert: Die Weste der Amis ist hier keineswegs weiß, und die Iraner präsentieren sich mal nicht als augenrollende Islamisten. Nun ja, zumindest nicht nur

 

 

 

 



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Auf dem Höhepunkt der iranischen Revolution wird am 4. November 1979 die US- Botschaft in Teheran gestürmt – militante Studenten nehmen 52 Amerikaner als Geiseln. Doch mitten in diesem Chaos gelingt es sechs Amerikanern, sich davon zu schleichen und in das Haus des kanadischen Botschafters zu fliehen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Verbleib der sechs bekannt wird – ihr Leben steht auf dem Spiel. Deshalb entwirft der auf das „Ausfiltern“spezialisierte CIA-Agent Tony Mendez (Affleck) einen riskanten Plan, um die Flüchtlinge außer Landes und in Sicherheit zu bringen. Dieser Plan ist so unglaublich, dass er sich nur im Kino abspielen kann.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Argo

  1. Holle

    Der Film war am Anfang leider so anstrengend zu gucken und gleichzeitig langweilig, dass ich ausgemacht habe. Scheinbar rettet er sich hinten raus, aber den Anfang tue ich mir dafür nicht an.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*