KRITIK

Angry Birds: Der Film

Bild (c) 2016 Sony Pictures Releasing GmbH.

Bild (c) 2016 Sony Pictures Releasing GmbH.

Mit Flattervieh grüne Schweinchen zu zerstören, das kennt nahezu jeder Smartphone-Besitzer. Jetzt hat es das Handyspiel „Angry Birds“ auf die große Leinwand geschafft. Was als Spiel irre Spaß macht, ist im Kino leider schweineblöd. Spielen als Kulturtechnik kann eine komplexe Angelegenheit sein. Man kann aber auch einfach Moorhühner abknallen. Oder Vögel auf grüne Schweine schmeißen. Im weiten Feld der simplen Games für die Kaffeepause, die sich seit etwa einem Jahrzehnt auf den Handys dieser Welt versammeln, zählen die „Angry Birds“ zu den mit Abstand erfolgreichsten.

Unzählige Smartphone-Besitzer hatten schon mal eine der mittlerweile dreizehn Spielversionen auf ihrem Gerät. Deren Prinzip? Man schießt diverses Flattervieh per Katapult durch die Luft, um die Trutzburgen der grünen Schweinchen zu zerstören, die den Vögeln die Eier geraubt haben. Es klingt schweineblöd (und ist es auch), macht aber irre Spaß. Daraus nun den Plot für einen 90-minütigen Trickfilm zu drechseln, muss schwerer sein, als Marcel Proust in Kurzfilmform zu bringen. Deshalb wohl haben sich die Regiedebütanten Clay Kaytis und Fergal Reilly mit Autor Jon Vitti („Simpsons„-Kinofilm) auf eine eher lose Sketchfolge geeinigt, die auf einer Insel voller flugunfähiger Vögel angesiedelt ist.

Szene_Angry_BirdsZu Beginn sind diese Birds nicht „angry“, sondern glücklich – nur Protagonist Red neigt zu cholerischen Anfällen, weshalb er vom Vogelgericht zu einer Anti-Aggressions-Therapie verdonnert wird. Dabei lernt Red den flinken Chuck und den dicken Bombe kennen, der sich, wenn er sich echauffiert, genau, in eine Bombe verwandelt. Als die Insel von grünen Schweinen geentert wird, die sich übertrieben freundlich geben, sind es Red und seine neuen Freunde, die deren hinterlistiges Ansinnen als erste ahnen. Als alles fast zu spät ist, kommt der Katapult zum Einsatz – und die zornigen Vögel fliegen.

Im letzten Drittel nähern sich Film und Gameplay also an, davor kommt alles eher zäh in die Gänge. Das Ansinnen, mit den zorngepeitschten Vögeln neue Kultcharaktere wie die Minions oder die Pinguine zu lancieren, ist unverkennbar – doch so richtig zündet es nicht. Und wo im Original Stars wie Peter Dinklage und Sean Penn die Vögel sprechen, blödeln in der deutschen Fassung Axel Stein und Ralf Schmitz ins Mikro (allerdings auch Axel Prahl als Bombe). Dennoch: Sequels werden unvermeidbar sein. Vielleicht kommen ja zuvor noch die Verfilmungen von „Tetris“ und „Candy Crush“.

 

 



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