KRITIK

Alles über meinen Vater

Alles über meinen Vater Auf dem Weg nach Tel Aviv, dem Ort des geplanten Attentats, muss der Palästinenser Tarek seine Fahrer anflehen, mal Wasser lassen zu dürfen: Den Blasendruck so lange zu strapazieren, das sei ungesund. Der sich da um sein Wohlergehen sorgt, will sich auf einem Markt in der israelischen Großstadt in die Luft sprengen.

Absurd ist diese Szene, und sie bestimmt den Tonfall der Geschichte, die Regisseur Dror Zahavi in seinem Kinodebüt über den Nahost-Konflikt erzählt. Denn auf dem Markt streikt der Zünder an Tareks Sprenggürtel, und weil am kommenden Tag Sabbat ist, muss er bis zum Sonntag warten, um beim jüdischen Elektrohändler Ersatz zu finden.

Die Zeit bis dahin wird eine Zeit der Annäherung: Tarek lernt eine wunderschöne junge Jüdin (toll: Hili Yalon) kennen und deren Nachbarschaft gleich mit. Es zeigt sich, dass Trauer und Leid das Leben aller bestimmen. Mitreißend und wie ein Märchen erzählt Zahavi diese Geschichte, nur um sie am tragischen Ende wieder in der Realität zu verankern.

Wäre sie ihm nicht gelegentlich ins allzu Didaktische gerutscht (die Fundamentalisten sind von den Verständnisvollen auf beiden Seiten sauber und mitunter klischeehaft getrennt) – man könnte sich keinen wichtigeren Film zum erschreckend aktuellen Nahost-Konflikt wünschen.



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INHALT

Um die Ehre seines Vaters zu retten, will der junge Palästinenser Tarek sich auf einem Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen. Doch der Zünder versagt und weil Sabbat ist, muss Tarek zwei Tage warten, bis ihm der ahnungslose Elektrohändler Katz Ersatz liefert. In der Zeit lernt Tarek die Anwohner kennen und verliebt sich auch noch - in die Kioskbetreiberin Keren.
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