KRITIK

Adler der Neunten Legion, Der

Adler der Neunten Legion, Der Ein Sandalenfilm als Western: Die mythische Grenze, die „Frontier“ zum uneroberten Raum, ist hier der Hadrianswall, der Mitte des zweiten Jahrhunderts die zivilisierten Breiten des Römischen Imperiums vom barbarischen Kaledonien (heute: Schottland) trennte. Dahinter war einst die neunte Legion des römischen Zenturios Flavius Aquila verschwunden, dessen Sohn Marcus (mies: Channing Tatum) sich jetzt aufmacht, wenigstens die Standarte der Legion zurückzuholen, den goldenen Adler Roms.

Zusammen mit dem kaledonischen Sklaven Esca (gut: Jamie Bell) bricht er auf in Feindesland. Regisseur Kevin MacDonald („State of Play“) wagt sich hier ins Fahrwasser von „Gladiator“, „300“ und Co. Der historische Boden der Tatsachen nützt ihm indes nicht viel, verliert sich der eminent frauenlose Film doch bald in pausenlosen, alsbald ermüdenden Scharmützeln zwischen Muskel-Römern und tätowierten „Eingeborenen“.

Die spannendste Volte – dass sich das Verhältnis von Herr und Sklave bei den Kelten zu Schutzzwecken umkehrt – mündet zudem in distanzloses Blut- und Ehre-Pathos. Es bleiben sehr atmosphärische Bilder aus den schottischen Highlands, für die sich der Film fast schon wieder lohnt.



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INHALT

Im Jahr 140 nach Christus erstreckt sich das Römische Reich bis nach Britannien, doch hoch im Norden der Insel herrschen die rebellischen Stämme Kaledoniens. Vor 20 Jahren verschwand dort die 5.000 Mann starke, von Flavius Aquila kommandierte Neunte Legion spurlos. In Britannien eingetroffen, will Flavius Sohn Marcus den angeschlagenen Ruf seines Vaters wiederherstellen und das Mysterium aufklären. Als ein Gerücht die Runde macht, dass der Goldene Adler, das Feldzeichen der Legion, jenseits des Hadrianwalls gesichtet wurde, bricht Marcus sofort auf.
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Eure Kritiken zu Adler der Neunten Legion, Der

  1. CaptainBenteen

    Ein insgesamt grossartiger Film! Tolle Landschaftsaufnahmen, teils mit historisch aufmerksamen Details (z.B. die runden Steinhütten der Hochlandbewohner), teils durch die phantasiereiche Darstellung des Seehund-Clans.
    Gut auch, weil glaubwürdig, dass nördlich des Walls durchgehend Gälisch gesprochen wird und daher Esca ebenso glaubwürdig als Dolmetscher gebraucht wird. Zugegeben, die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Marcus Aquila ist arg begrenzt, Donald Sutherland und Jamie Bell schneiden da wesentlich besser ab. Bedauerlich finde ich, dass die in der Romanvorlage geschilderte Freundschaft von Marcus mit dem keltischen Jäger und Wagenlenker Cradoc im Film überhaupt nicht vorkommt. Das hätte dem Film im ersten Teil gut getan, die erforderlichen zusätzlichen 10 Minuten wären sicherlich „drin“ gewesen. Schade insoweit. Dennoch: Ein grossartiger Film!

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