KRITIK

Abraham Lincoln Vampirjäger

Plkt zum Film lincoln vmpirjgerAbraham Lincoln war der 16. Präsident der USA. Bis heute gilt der Republikaner und Nordstaatler als ewiges Vorbild: Er schaffte die Sklaverei ab und hielt das Land trotzdem zusammen (zugestanden, ein langer Bürgerkrieg war dafür nötig). Was weniger bekannt ist über den Spitzbartträger, der 1865 einem Attentat zum Opfer fiel, ist sein rasanter Aufstieg vom ungelernten Krämer zum Spitzenpolitiker. Darüber hat sich Schriftsteller Seth Grahame-Smith Gedanken gemacht.

Der Mash-Up-Literat („Stolz und Vorurteil und Zombies“) macht Lincoln zum Vampirjäger: Sein Kampf mit dem Süden rührt bei ihm daher, dass die Plantagenbesitzer Vampire sind, die Sklaven als Nahrungsquelle kultivieren. Lincoln, dessen Mutter von einem Blutsauger getötet wurde (aha: ein Trauma), zieht in die Schlacht, bis er am Ende, mit Silberkugeln bewehrt, in Gettysburg triumphiert. Die kuriose Idee verbreitet in der filmischen Umsetzung des Exil-Russen Timur Bekmambetov („Wanted“) leider nur bleierne Ödnis. In düster-verwaschenen, künstlich auf 3D hochgezogenen Bildern schickt er einen uncharismatischen Newcomer (Benjamin Walker) in der Titelrolle in einen bierernsten Kampf gegen den Obervampir Adam (Rufus Sewell) und seine Beißerschergen.

Szene aus dem Film Abraham Lincoln VampirjägerDie videospielhafte Abfolge hektischer Actionszenen krankt an einer verbreiteten Malaise des zeitgenössischen Krawallkinos: Sie ist viel zu unübersichtlich montiert und frei jedweder Ironie, um Wirkung zu entfalten. Schade um die tolle Western-trifft-Tim-Burton-Ausstattung. Aber kein Spielfilm funktioniert, wenn allzu große Plotlöcher im Drehbuch klaffen und seine Protagonisten schnuppe bleiben.

  



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Eure Kritiken zu Abraham Lincoln Vampirjäger

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  2. Sithlord1803

    Der Film dient der Unterhaltung und ist keine Dokumentation über Lincoln. Der Filmlincoln hat so viel mit den echten gemeinsam wie die Figur Dracula mit den echten Karpartischen Fürsten. Davon abgesehen ist der Film Unterhaltsam und sehenswert. Nochmal die Unterhaltung in den Vordergrund und die Geschichtsstunde in den Hintergrund lassen.

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