KRITIK

Ab durch die Hecke

Ab durch die Hecke Man sieht die Welt mit anderen Augen, wenn ein Waschbär sie einem erklärt. Zum Beispiel denkt man ja selten darüber nach, dass sich bei den Menschen alles, aber auch wirklich alles nur ums Essen dreht. Sie besitzen Telefone, um welches zu bestellen, sie bauen Autos, um es herumzufahren, sie bauen Häuser, um es aufzubewahren, und abends sitzen sie dann mit gefalteten Händen am Tisch, um ihr Essen anzubeten. Die Welt, ein großes Fressen.

Richie heißt der possierliche Held in dieser Animationskomödie aus den DreamWorks-Studios, der seinen Tier-Freunden beim Ausflug in die Vorstadt clevere Einblicke in die Lebensmitte der Zweibeiner gewährt. Das Futter-Thema liegt dem Schelm allerdings nicht nur aus biologischem Interesse am Herzen, nein, er muss binnen einer Woche einen Berg an Fast-Food wiederbeschaffen, den er dem Braunbären Vincent geklaut hat, wobei der Mundräuber inflagranti ertappt wurde – die Chips-Gier hat Richie verraten.

In seiner Not stößt er auf eine gerade aus dem Winterschlaf erwachte Hinterwäldler-Sippe aus Eichhörnchen, Opossum, Igel, Stinktier-Lady und Schildkröte, die als glückliche Patchwork-Familie zusammenlebt und gerade die Welt nicht mehr versteht: Während des Langzeit-Nickerchens hat der Mensch seine Reihenhaus-Siedlung erweitert und um das kleine Waldstück, in dem sie leben, eine riesige Hecke gezogen. Richie, der großstädtisch-gewitzte Schlawiner, weiß sich die Naivität der Provinzler zunutze zu machen und spannt sie für seine Zwecke ein, obwohl Oberhaupt Verne, als Schildkröte ganz Sicherheitsfanatiker, zur Vorsicht mahnt.

Nun nehmen Tierabenteuer im Computer-Animations-Genre langsam überhand, sollte man meinen, zumal die Konkurrenz mit „Madagascar“ oder „Tierisch wild“ ja erst vor kurzem vorgelegt hat. Aber diese von Tim Johnson und Kerry Kirkpatrick inszenierte Fast-Food-Hatz vergnügt dann doch mit witzigen Dialogen und rasanter Erzählung, auch wenn jüngere Zuschauer einige Film-Zitate und die hübsch sarkastischen Songs von Ben Folds nicht verstehen werden. Macht aber nichts, „Over the Hedge“, so der Originaltitel, amüsiert sogar mit seiner bigmacdicken Konsumkritik – schließlich sieht man sie durch die Augen eines Waschbären, und die lieben bekanntlich den Müll.



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INHALT

Angeführt von der Schildkröte Vern lebt eine kleine Gemeinde von Waldtieren in einem unberührten Stück Natur. Eine gewaltige Hecke trennt die Tiere von der Zivilisation - bis der straßenschlaue Waschbär durch eben jene Hecke tritt und Vern und seiner Truppe zeigt, wie man von den Menschen profitieren kann. Verne, die Schildkröte, Vincent, der Bär, Stella, das Stinktier, Hammy, das Eichhörnchen, Ozzie, das Opossum und Heather, Ozzies Tochter, folgen dem Endecker ins Reich der Zivilisation und sammeln ungeahnte Erfahrungen.
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Eure Kritiken zu Ab durch die Hecke

  1. Animator

    Einfach komplett empfehlenswert! Witzige Geschichte, niedliche Tiere, ohne Fehler – klasse!

  2. Christian

    Ein schöner Spaß mit liebevoll animierten Figuren und einer witzigen Story. Nicht so gut wie Nemo und nicht so schlecht wie Toy Story1 aber irgendwo dazwischen.

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