Tom Ford, der gefeierte Modedesigner, der in den 90ern die Marke Gucci zu neuem Glamour führte und zuletzt Daniel Craig als 007 einkleidete, hat sich nach einer schweren persönlichen Krise als Regisseur neu erfunden: Seine Verfilmung eines Romans von Christopher Isherwood wird allseits gerühmt, vor allem für seine für einen Regiedebütanten höchst erstaunliche ästhetische Souveränität. Diese Romanadaption war eine Herzensangelegenheit.
Kein Kunststück, könnte man einwenden. Schließlich kennt Ford sich aus mit Design und Dekors. Und so sieht die Geschichte des britischen Literaturprofessors George Falconer (zurecht oscarnominiert: Colin Firth), der in Los Angeles vom Tod seines langjährigen Lebensgefährten (Matthew Goode aus „Match Point“) erfährt und daraufhin beschließt, sein Leben zu beenden, auch in jeder Sekunde edel und erlesen aus.
Alles im Film, Falconers von einem befreundeten Architekten entworfenes Luxus-Haus, seine (natürlich Tom Ford Menswear) Anzüge, das Universitätsleben drumherum und die schwarz-weißen Rückblenden in glückliche Zeiten mit Jim, ist formschön und zutiefst ästhetisch, weshalb man dem Debütanten auch vorwarf, eher an schicken Oberflächen als an tieferen Emotionen interessiert zu sein.
Dabei fungieren die Rituale dieser Oberflächlichkeit in „A Single Man“ vor allem als einleuchtendes Symbol für emotionale Panzerung: Wo die Krawatte perfekt sitzt und die Manschettenknöpfe prangen, lässt sich nicht in die existenzielle Einsamkeit dahinter blicken. Und genau von dieser erzählt Ford, auch wenn an Falconers letztem Tag, der den Erzählrahmen des Films bildet, durch flüchtige Begegnungen und unerwartete Gespräche neue Hoffnung keimt. Ein Film, der nicht nur sehr schick aussieht, sondern der sich auch schick anfühlt. Ein meisterhaftes Debüt.





Großartig, einfach toll!
ich bin aufgrund der gegebenheiten mit hoher erwartung in diesen film gegangen, und wurde nicht enttäuscht … was für ein kunstwerk. inszenierung, kamera, selbst die farbsättigung passt sich der geschichte an, die erzählt wird … colin firth hätte meiner meinung nach ebenso den oskar verdient gehabt wie jeff bridges. man sieht ihm in jeder regung an, wie er leidet, oder eben nicht mehr, wenn er erkennt das es noch etwas gibt …. wow.
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