KRITIK

A Scanner Darkly

A Scanner Darkly Nach BLADE RUNNER und MINORITY REPORT kommt mit A SCANNER DARKLY eine weitere sehr ambitionierte Verfilmung einer Phillip K. Dick Geschichte ins Kino. Ins Kino? Nicht ganz. Leider ist diese Richard Linklater Verfilmung in Deutschland nur auf DVD erschienen. Linklater bedient sich dabei einer Technik, die er schon bei dem fast völlig unbekannten Drama WAKING LIFE angewandt hat. Sämtliche Szenen wurden real gedreht und am Rechner digital übermalt und damit so sehr mit Filtern verfremdet, dass man es mit einem richtigen Popart Kunstwerk zu tun bekommt. Selbiges hat zwar schon Ralph Bakshi in den 70ern getan, allerdings verleiht die digitale Komponente dem Film einen sehr überzeugenden futuristischen Touch.

Hut ab vor dem Regisseur Linklater also, Linklater ein Multitalent in allen Genres. Seine Filmografie liest sich wie ein buntes Portfolio aus allen Genres und Bereichen: BEFORE SUNRISE, SCHOOL OF ROCK etc.

Aber zurück zur Geschichte: Die Geschichte von A SCANNER DARKLY ist sehr abgründig und düster: Der Agent Fred fahndet nach der Drogenmafia, die eine Droge namens Substance-D unter das Volk bringt. Fred ist selbst von der halluzinogen Droge abhängig und weist schon schwere Züge von Schizophrenie auf. Die ganze Geschichte spielt unweit in der Zukunft. Die Bewohner der Stadt sind über Satellit zu orten, der große Bruder sieht einen sozusagen immer und überall. Fred trägt einen Anzug, der ihn während seiner Arbeit völlig anonym werden lässt. Allerdings taucht er dabei zu sehr in sein Alter Ego ein. Am Ende kann selbst der Zuschauer die Realität nicht mehr von Freds Vorstellung unterscheiden.

Linklater konnte mit Woody Harrelson, Keanu Reeves und Winona Ryder einen sehr prominenten Cast gewinnen. Dies wäre allerdings gar nicht nötig gewesen. Der Film hat eine unglaubliche visuelle und thematisch sehr bedrückende Kraft, so dass er ohne Zögern in einem Atemzug mit den oben genannten Genremeilensteinen genannt werden kann. Interessant ist die Tatsache, dass Dicks Vorlage schon 1977 entstand, allerdings keine großen Modifikationen an der Handlung vorgenommen werden mussten, um der Story eine erschütternde Allgegenwärtigkeit zu verleihen. Ein faszienierender Film.



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INHALT

Im Amerika der Zukunft ist ein grosser Teil der Bevölkerung einer neuen Superdroge verfallen. Obwohl die Polizei ein rigoroses Überwachungssystem aufgebaut hat, das ihnen erlaubt, alles und jeden zu beobachten, nimmt die Zahl der Süchtigen zu. Gut, dass es Undercover-Cops gibt, die sich in den Untergrund mischen, um von da aus die grossen Drogenbarone auszulöschen. Diese Cops müssen ihre wahre Identität mit allen Mitteln schützen und wissen nicht einmal, mit wem sie zusammen arbeiten.

Zu diesen Cops gehört auch Fred, der zum einen als Polizist unterwegs ist, aber auch als Bob Actor, dem ein verfallenes Haus gehört, das er mit zwei Kollegen und zum Teil mit seiner Freundin bewohnt. Für lange Zeit läuft alles gut, doch langsam zeigt der stetige Gebrauch der Droge seine Wirkung, und Fred und Bob spalten sich immer mehr. Als dann Fred von der Polizei den Auftrag erhält, dass er Bob (sich selber) überwachen und darüber Bericht erstatten soll, wird es schwierig.

Was als ganz normaler Undercover-Einsatz begann, gerät völlig aus dem Ruder. Bob verkracht sich mit seiner Freundin, und die Droge beginnt seine letzten noch intakten Hirnzellen anzugreifen. Wird es Fred noch schaffen seinen Einsatz zu beenden, bevor er völlig in den Drogensumpf gerät?
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