Man schreibt einem bestimmten Schlag alter Menschen gern eine gewisse Angstlust zu, befeuert und bestätigt durch Zeitung oder Fernseher. Überall nur Raub, Mord, Vergewaltigung. Böse Welt, schlimme Zeiten.
Bryan Mills (Liam Neeson), der Held in Pierre Morels “96 Hours”, zählt zwar noch nicht zu den katastrophenseligen Greisen, aber verrentet ist er schon, und dass überall nur Gefahren lauern, das glaubt er auch. Wobei die Finstersicht bei ihm auf Erfahrung beruht, schließlich hat der Ex-Regierungs-Agent jahrzehntelang Übles von seinem Land ferngehalten und darüber seine Familie vernachlässigt. Mills wird aufs Eindrücklichste in seinem Pessimismus bestätigt.
Eigentlich wollte er seiner Ex die Einwilligung für eine Europareise der gemeinsamen 17-jährigen Tochter Kim verweigern, hat sich aber doch breitschlagen lassen. Wider besseres Wissen! Nach der Landung in Paris werden Kim und ihre Freundin von einem albanischen Mädchenhändlerring gekidnappt. Was Mills zur Reaktivierung seiner Agententalente und einer Bewährungsprobe als Superdaddy zwingt. Der reiche neue Mann seiner Exfrau mag der Tochter Rennpferde kaufen können, aber kann er einem Bösewicht Nägel in den Oberschenkel rammen, um wichtige Informationen zu erpressen?
Diese von Luc Besson geschriebene “Ein Mann sieht Rot”-Variante mischt überhaupt nur Folterszenen nach Vorbild der Serie “24″ mit der Gefühllosigkeit eines Gewaltvideospiels und entlässt den Zuschauer mit Grausen – nicht vor der Welt, nur vor diesem Film.





Ein enttäuschend schlechter Thriller. Vorhersehbar, ohne Verve und Spannung.
Kann man sich durchaus antun. Die Story ist zwar kein Kracher, aber durchaus vertretbar. Mit Bourne kanns der Film leider nicht aufnehmen.