KRITIK

8 Blickwinkel

8 Blickwinkel Das Konzept ist nicht neu, aber immer wieder gern gesehen: Ein Ereignis, meist ein tragisches, wird im Verlaufe des Films aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und stellt sich aus diesen Blickwinkeln immer wieder neu, manchmal auch ganz anders dar; zumindest aber wird der Wissensstand der Zuschauer nach und nach um neue Informationen ergänzt.

Was die japanische Regielegende Akira Kurosawa einst im Klassiker „Rashômon“ so klug für Fragen nach Wahrheit und Wirklichkeit nutzte, bleibt in „Acht Blickwinkel“, dem Kinodebüt des britischen Fernsehregisseurs Pete Travis, bloß formale Spielerei – die am Ende, zu allem Übel, auch noch allzu heftig ins Stolpern gerät.

Es geht, mal wieder, um den US-Präsidenten. Der heißt hier Ashton und scheint, in der Gestalt von William Hurt, ein redlicher Typ zu sein. Während seiner Rede zum „War on Terror“ auf dem Marktplatz der spanischen Stadt Salamanca strecken ihn zwei Kugeln nieder, kurz darauf explodieren Bomben.

Nun liegt es an Sicherheitschef Barnes (Dennis Quaid, der vor zwei Jahren in „American Dreamz“ selbst den US-Präsidenten spielte), die Tat aufzuklären. Von verschiedenen Augenzeugen, darunter Forest Whitaker als Tourist mit Videokamera und Sigourney Weaver als Journalistin im Ü-Wagen, lässt er sich den Hergang referieren – dazu springt der Film mehrfach an den Anfang zurück.

Nach dem fünften oder im sechsten, aber keineswegs nach dem achten Mal, wie der deutsche Titel suggeriert, endet diese kühn-konstruktivistische Handlungszusammenführung in einem in jeder Hinsicht enttäuschenden Showdown. Das Interesse an der Auflösung hatte man allerdings schon im dritten Durchgang verloren. Viel Aufhebens nämlich, und noch mehr aufgeregter Aktionismus, um wenig mehr als einen höchst durchschnittlichen B-Film-Plot. Kann man gut drauf verzichten.



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INHALT

Als US-Präsident Ashton bei einer Rede zur Terrorismusbekämpfung auf einem Platz im spanischen Salamanca von Schüssen niedergestreckt wird, denen kurz darauf eine Bombenexplosion folgt, muss Secret Service Agent Barnes reagieren. Blitzschnell sortiert er das Chaos, bekommt von einem Touristen und einem TV-Team Hinweise auf die Täter, deren Verfolgung er aufnimmt. Doch er ahnt nicht, dass der Terror erst begonnen hat.
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Eure Kritiken zu 8 Blickwinkel

  1. Manni

    Ein überraschenderweise recht guter Film, spannend, verquickt, sehenswert.

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