KRITIK

13 Semester

13 Semester In den USA zählt die Collegekomödie zu den festen Bestandteilen des Kinoangebots, während es in Deutschland bis dato kaum nennenswerte Vertreter dieser Art gibt. Umso erstaunlicher, dass Regiedebütant Frieder Wittich jetzt eine überraschend gelungene Studentenkomödie vorlegt, die souverän mit Spaß und Melancholie balanciert. Max Riemelt, den man bislang fast nur aus angestrengt pädagogischen Jugendfilmen wie „Napola“ oder „Die Welle“ kannte, spielt überzeugend wie noch nie: Sein Momo kommt aus einem Städtchen in Brandenburg und studiert nun Wirtschaftsmathematik in Darmstadt – für ihn eine Großstadt.

Während aber Kumpel Dirk sofort durchstartet und mit 25 seriös im Anzug die Wirtschaftskarriere beginnt, kommt Momo zwischen Wohnungssuche, Dauerparty und erster großer Liebe nicht aus den Puschen. Wittich gelingt, was in deutschen Komödien rar ist: Gags nicht breitzutreten, sondern auf Verknappung und blendendes Timing zu setzen.

Das funktioniert bestens und lässt ernstere Themen wie Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst souverän durch die Szenen schimmern. Dabei ist der mit geschmackssicherem Soundtrack unterlegte Film sogar ein bisschen nostalgisch: Heutigen Bachelor-Studenten mögen die 13 Titelsemester zwar lang vorkommen. Doch vor wenigen Jahren noch hätten Massen-Uni-Bummelanten sie als streberhaft kurz empfunden.



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INHALT

Nach bestandenem Abitur zieht Moritz, genannt Momo, freudig zum Studium nach Darmstadt. Doch zunächst laufen die Dinge überhaupt nicht nach Plan: Bei der Wohnungssuche ist er ebenso glücklos wie in punkto neuer Freundschaften und auch die Wirtschaftsmathematik hat er sich leichter vorgestellt. Doch dann wendet sich das Blatt. In Bernd, der bereits fünf Semester ohne allzu viel Stress hinter sich gebracht hat, findet er einen erfahrenen Mitbewohner und in Kerstin (vorerst) die Frau seiner Träume.
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