Das Piratenfilmgenre ist im deutschen Filmschaffen bislang schlichtweg nicht existent; hier und da wurde vielleicht mal in einigen sehenwerten TV-Serien wie in “Das Rätsel der Sandbank” oder in Hörspielen wie “Die drei ???” erwähnt, dass es das Piratentum auch in Deutschland gegeben haben muss, aber im deutschen Film? Fehlanzeige. Regisseur Sven Taddicken („Emmas Glück“) schafft Abhilfe: Er erzählt die alte Legende vom Freibeuter Klaus Störtebeker neu – von jenem Piraten also, der um 1400 herum Ost- und Nordsee unsicher machte und nach seiner Hinrichtung noch zwölf Meter weit gelaufen sein soll – ohne Kopf, wie und der Filmtitel verrät.
Taddicken holte sich den wenig bekannten Ronald Zehrfeld als Störtebeker und Matthias Schweighöfer als dessen Kumpan Gödeke Michels an Bord einer Kogge und tat Kühnes: Erstens lässt er alle Darsteller im flapsigen Jargon unserer Nullerjahre sprechen und legt Punkrock darunter (wie in “Ritter aus Leidenschaft” oder in Luhrmans “Romeo und Julia”); zweitens erzählt er nur zum Teil das erwartete Abenteuer mit ruppigen Raubeinen, schönen Frauen und Trinkgelagen.
Den Regisseur interessierte vor allem die Schlagseite des Piratenberufs: Denn nach einem Unfall kriegt Störtebeker die Sinnkrise, sehnt sich nach Sesshaftigkeit, während Michels umso gesetzesuntreuer gegensteuert. Erst recht, als die erste Kanone entdeckt ist. Doch der große Feind, die Hanse um den öligen Simon von Utrecht (genial pikiert: Devid Striesow), lässt nicht locker.
Ein zum Glück nicht überambitionierter Genrefilm ist dem jungen Mittdreißger Taddicken da geglückt – am meisten Laune aber machen die Darsteller: Was sich da alles an schiefgesichtigem Personal von Achim Reichel bis Detlev Buck, von Milan Peschel bis Simon Gosejohann lustvoll in die Maskerade stürzt, das ist beachtlich. Und sehenswert.





Ich weiß gar nicht, warum es so viele gute Kritiken zum Film gibt, ich fand den Film albern.